Wasser nach Plan

Dieses Thema im Forum "Rund um die Pflege" wurde erstellt von Reinholx, 18. Oktober 2012.

  1. Reinholx

    Reinholx Guest

    Ich habe einen Orchideenfreund kennengelernt, der seine Pflanzen strikt nach berechnetem Plan gießt.
    Grundlage für den Plan ist immer die Niederschlagsstatistik am Standort.

    Für Eulophia könnte das so aussehen:

    Eulophia spec.

    Monat V ml / Woche
    Topfdurchmesser: 12 cm
    Jan 60
    Feb 60
    Mrz 130
    Apr 250
    Mai 660
    Jun 930
    Jul 1020
    Aug 1040
    Sep 990
    Okt 690
    Nov 310
    Dez 130

    Es wird also der Niederschlag umgerechnet auf die Pflanztopfgröße. Daraus ergibt sich z.B. die wöchentliche Gießmenge.
    Und die ist variabel für diverse Arten.

    Wer macht das so ähnlich? Und mit welchem Erfolg?

    Beste Grüße
    Reinhold
     
  2. tosh

    tosh Guest

    Hmm also für eine Pflanze so ein Aufwand? Wieviele Pflanzen hat er denn?
    Ich gieße nach Gefühl und richte mich dabei etwas nach Gewicht des Topfes, den Wurzeln, Wachstum und der Jahreszeit.
     
  3. Reinholx

    Reinholx Guest

    Nicht 1 Pflanze, Pflanzen!
    Jede wird individuell behandelt.
    Das wäre ja das Privileg von Fensterbänklern. Nicht mit dem dicken Schlauch durch's Gewächshaus, sondern mit Plan und Gießkanne über die einzelnen Töpfe.

    War macht das so oder so ähnlich?
    Würde mich sehr interessieren.

    Ich habe ein Beipflanze, Amaryllis belladonna.
    Die hat ein genau komplementäres Gießprofil.
    Hier die Zahlen für einen 12er-Topf:
    Jan 477
    Feb 402
    Mrz 295
    Apr 178
    Mai 84
    Jun 56
    Jul 9
    Aug 14
    Sep 178
    Okt 355
    Nov 477
    Dez 472

    Die beiden Pflanzen gleich zu behandeln, wäre grob falsch. Gefühl hin, Topfgewicht her.

    BG
    Reinhold
     
  4. Jogi

    Jogi Guest

    Interessante Idee

    Hallo Reinhold,

    im Prinzip machen das die meisten Orchideenfreunde wenn sie sich um die Wachtums- und Ruhezeiten der gepflegen Orchideen kümmern.
    Kurz gesagt: Wachstum mehr Wasser, Ruhezeit weniger Wasser.

    Kultiviert nach Werten direkt vom Naturstandort wird es sonst üblicherweise nur mit Regulation der Temperatur und Helligkeit.

    Wie wird die Wassergabe reguliert?
    Wie werden Temperatur etc berücksichtigt?
    Wie ist der Erfolg?

    Klingt spanned
    Viele Grüße
    Jogi
     
  5. *gregor*

    *gregor* Guest

    Erklär mir doch mal die Zahlen, ich verstehe sie nicht. Du willst so gießen, wie am Naturstandort Niederschlag fällt? Im Mai, Juni, Juli so wenig ml?
     
  6. tosh

    tosh Guest

    Interessant ist das Thema schon.
    Natürlich behandel ich nicht jede Pflanze gleich da jede anders ist. Aber wenn du nach der Niederschlagsmenge gehst, wie sieht es mit den anderen wichtigen Faktoren in der Natur aus Licht, Wind, Temperatur etc.? Eine Orchidee in der Natur wächst wie wir alle wissen meist am Baum, wenn du aber die gleiche menge in ein Topf mit Substrat tust hält das Wasser sich ja länger, als beim Wurzelwerk am Baum. Wie rechnest du von Baum auf Topf um?
     
  7. Reinholx

    Reinholx Guest

    Im Mai, Juni, ... ist Trockenzeit. Für A. belladonna, nicht für Eulophia.
    Deswegen.
    Und A. belladonna hat den entsprechenden Wachstumszyklus.
    Ansonsten wird schon z.T. kräftig gegossen.
    Ich meine 400 ml/Woche im 12er-Topf, das ist naß.

    BG
    Reinhold
     
  8. Reinholx

    Reinholx Guest

    Die Wachstumsfaktoren werden aufeinander abgestimmt.
    Hier erscheint die Wasserversorgung führend; der Rest folgt daraus und ergibt das Komplettpaket.

    Standort Baum wird genau so (nicht) umgerechnet, wie immer. Unsere Pflanzen werden durch ein bestmögliches Baumimmitat gepflegt: Pinienrindenschnipsel im Topf.
     
  9. *gregor*

    *gregor* Guest

    Hm....am Naturstandort sind die "Jahreszeiten" komplett anders, danach kann man doch bei unserer Kultur gar nicht gehen.
    Klar, man kann den vom Naturstandort einiges auf die Kultur in unseren Breiten ableiten, aber so? Wenn eine Orchidee eine Ruhezeit macht, muss man entsprechend kultivieren, aber die Millilitermenge zu berechnen halte ich für nicht machbar. Frisches Rindensubstrat hält viel weniger Feuchtigkeit, als eines, welches schon seit einem Jahr im Topf ist. Ach....es gibt so viele Faktoren, die man beachten muss, da kann man doch nicht sagen, diese Pflanze benötigt x ml Wasser.....
    In meinen Augen muss man nur die Bedürfnisse der einzelnen Arten wissen und dementsprechend seine Kultur anpassen.
     
  10. Reinholx

    Reinholx Guest

    Genau, so ist es.
    Sagte der Tropenregen und machte die Orchidee naß.
    Sagte der Wüstenwind und blies die Subtropen knochentrocken.

    Meiner Eulophia ging es noch nie besser.

    [​IMG]

    Die neueste Bulbe ist groß. Ich habe den Topf mit dem Seitenschneider eingeschnitten, damit der hydraulische Druck der Pflanze nicht ganz ausgebremst wird.
    "Gießen nach Gen", wer hat praktische Erfahrung?

    BG
    Reinhold
     
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