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  2. Liebe Orchideenfreunde

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Tongranulat und Blähton als Substrat

Dieses Thema im Forum "Fragen zur Pflege" wurde erstellt von Jaloube, 15. Juni 2017.

  1. Jaloube

    Jaloube Guest

    Hallo zusammen,

    ich stehe erst noch am Anfang meiner Orchideenleidenschaft. Im Sommer letzten Jahres hat es angefangen und seither sind 11 Baumarkthybriden und meine erste Naturform (Phal. equestris) bei mir eingezogen. Ich habe die ersten Pflanzen in das Orchideensubstrat von Seramis umgetopft und darin wachsen sie bis heute recht gut. Trotzdem habe ich, unter anderem um Erfahrung zu sammeln, bei den neu dazugekommenen andere Substrate verwendet. Einige sitzen in reiner Rinde andere in Rinde mit Perliten. Die Orchideen wachsen aber ich habe das Problem, dass alle drei Substrate gerade jetzt im Sommer sehr schnell austrocknen. Nach 1-4 Tagen muss ich wieder tauchen. Das Orchideensubstrat von Seramis hält noch am längsten.
    Natürlich könnte ich jetzt einfach wieder das Seramissubstrat benutzen aber ich habe etwas entdeckt, dass mich neugierig gemacht hat. Eine englische/amerikanische Youtuberin, die hauptsächlich Videos über Orchideen macht pflegt ihre Orchideen inzwischen in einer Mischung aus Tongranulat (ähnlich Seramis) und Blähton. Das Tongranulat ist gröber als das Seramis und wird wohl zwar von Seramis aber nur für diese eine Firma so grob hergestellt.
    Der Vorteil soll sein, dass
    A) seltener umgetopft werden muss, da das anorganische Substrat nicht so schnell zerfällt.
    B) das Granulat sehr viel Wasser hält, was durch mehr oder weniger Blähton aber abgestuft werden kann.

    Sie betont allerdings, dass sie ein eher warmes und trockenes Klima hat und dieses Substrat für kühlere und feuchtere Klimata eher nicht geeignet wäre. Leider weiß ich nicht genau wie sie das meint, ob sie nun auf z.B. Heizungsluft etc. hinauswill oder es auf ihren Wohnort bezieht, vielleicht beides.
    Da ich aber vorhabe in Zukunft weitere Naturformen zu pflegen und diese ja zum Teil nicht gerne austrocknen möchte ich dieses Substrat gerne einmal ausprobieren. Trotzdem interessiert mich, ob ihr schon komplett anorganisches Substrat ausprobiert habt und vielleicht sogar genau diese Mischung. Könnt ihr das empfehlen? Wie sind eure Meinungen generell dazu?

    LG Jasmin
     
  2. Vira

    Vira Fachmoderatorin und Wettbewerbsteilnehmerin 2017 Mitarbeiter

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    Hallo Jasmin,

    persönlich habe ich mit anorganischen Substraten keine Erfahrung, aber einige User arbeiten damit, z.B. mineralische Substrate für die sogenannten Steinlaelien. Es wurde hier auch schon Einiges zu Substraten geschrieben. Vielleicht beantworten die Ergebnisse Deine Fragen.

    Liebe Grüße, Vira
     
  3. Jaloube

    Jaloube Guest

    Hallo Vira,

    ich habe die Suche einmal nachgeholt und auch etwas über Seramis und Blähton bzw. allgemein anorganischem Material gelesen. Der große Nachteil scheint zu sein, dass anorganisches Substrat schnell versalzt, man muss die Töpfe regelmäßig spülen. Insgesamt soll auch früher umgetopft werden. Das steht jetzt erstmal im Wiederspruch zu der Aussage der Youtuberin.

    Über die Mischung Tongranulat und Blähton konnte ich allerdings nichts finden und auch nichts über das gröber Tongranulat. Ich habe mir jedenfalls einmal ein Paket bestellt und werde es testen auch wegen den wiedersprüchlichen Aussagen. Wenn ihr mögt kann ich ja darüber berichten.

    LG Jasmin
     
  4. Vira

    Vira Fachmoderatorin und Wettbewerbsteilnehmerin 2017 Mitarbeiter

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    Ja, es wäre gut, wenn Du weiter berichtest!

    Liebe Grüße, Vira
     
  5. sinam

    sinam Wettbewerbsteilnehmerin 2017 *****

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    Hallo Jasmin

    Alle meine Orchideen kultiviere ich in anorganischem Material. Entweder in Blähton (Semihydro) oder Mineralsubstrat (Lava, Bims, Zeolith).
    Mit dem Tongranulat habe ich keine Erfahrungen. Ob eine Mischung zwischen Blähton und Granulat funktioniert, kann ich dir also nicht sagen.

    Das ist so.

    Muss man nicht. Umtopfen muss man erst, wenn die Wurzeln keinen Platz mehr haben oder die Pflanze beginnt über den Topf hinauszuwachsen. Meine Pflanzen stehen schon seit Jahren im gleichen Topf.

    :0071:.
     
  6. phuhn

    phuhn Leser

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    Meine Pflanzen habe ich alle in so einer Mischung, auch einige andere anorganische Kombinationen, aber zumeist Seramis/Blähton-Mischung.

    Neben dem Versalzen und der Bildung von einer Art Biofilm (beim Spülen wird das Wasser leicht "schleimig" - Algen) ist ein nerviger Aspekt, dass es oben schnell abtrocknet und die Wurzeln eintrocknen, ohne vorher ins Substrat zu gelangen und unten Töpfe noch beschlagen sind. Deshalb habe ich inzwischen auch nach oben hin eine Mischung aus Agrofoam/Steinwolle. Das ist auch eine suboptimale Lösung, weil v.a. Steinwolle (pur) nach einer Weile einen einzigen Algenteppich darstellt (je nach Wasserbedarf der Pflanze) und auch noch ein paar andere Nachteile. Manchmal bilden sich auch auf Seramis Algen, die einen kosmetisch stören können. Hat da jemand ähnliche Probleme mit dem ungleichmäßigen Abtrocknen und v.a. Lösungen dafür gefunden?

    Insgesamt bin ich trotzdem zufrieden im Vergleich zu Rinde/Moos, weil das Umtopfen deutlich schonender und unkomplizierter ist. Man muss auch seltener umtopfen, wie sinam schon schrieb. Es rottet ja nicht und klumpt nicht zusammen. (Für lebensrettende Maßnahmen habe ich aber trotzdem Sphagnum da, das ist bisher für sowas ungeschlagen.)

    Man muss auch bedenken, dass das Ganze die Wurzeln kühlt. Ich habe mal mein Bratenthermometer in die Töpfe gesteckt und etwa 2-4 °C weniger gemessen als außerhalb - je nach Topfgröße. Falls man also denkt, dass 18 °C Raumtemperatur bei wärmeliebenden Pflanzen ja okay sind, gilt das hier nur bedingt, denn an den Wurzeln sind es 14 °C. Ist mir passiert... Für Masdevallien, Miltoniopsis etc. ist das natürlich günstig.
     
  7. sinam

    sinam Wettbewerbsteilnehmerin 2017 *****

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    Es liegt in der Natur der Sache in einem Topf, dass es von Oben nach Unten trocknet. Egal welches Medium man nutzt. Giessen anpassen.
    Wenn du willst dass das Substrat gleichmässiger abtrocknet, musst du viele Löcher am Topf anbringen oder die Pflanze in einen Korb setzen.
     
  8. phuhn

    phuhn Leser

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    Dass es von außen nach innen trocknet, ist klar.
    Mein Problem mit zumindest Seramis ist, dass neue Wurzeln das Substrat gar nicht erst erreichen, weil sie vorher eintrocknen. Vielleicht ist es Einbildung, aber mein Eindruck ist, dass die Wurzeln ungern in trockenes Seramis (im Vgl. zu trockener Rinde wie vorher) hineinwachsen. Vorsichtiges Sprühen aufs Substrat hat sich bei mir aber aus verschiedensten nicht bewährt. Deshalb ja meine Experimente mit verschiedenen Abschlüssen oben.
    An sich finde ich es auch nicht schlimm, dass man noch etwas obendrauf gibt, aber irgendwas, das weniger algenfreundlich ist, wäre mir ganz lieb.
     
  9. Isarma

    Isarma

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    Der Thread ist ja schon etwas älter, aber ich wollte noch von meinen Erfahrungen zu Ton/Mineralgranulat berichten. Ich habe eines (glaube, Namensnennung ist hier nicht so gern gesehen..wenn doch kann ich gern sagen wies heißt. Es ist jedenfalls ein rein vulkanisches Granulat) und benutze es hauptsächlich als Wasserspeicher für mein Terra bzw. Schalen. Optisch ist es bis auf die Farbe Blähton sehr ähnlich (man muss es allerdings erstmal filtern, es ist sehr staubig) und verhält sich auch so. Gekauft hatte ich es damals, weil mir die rote Farbe von Blähton nicht so zusagte und klassische Lava/Zeolith und Co nur in 25 kg Säcken im örtlichen Baumarkt verfügbar waren.
    Obwohl ich es nicht direkt in Kombi mit den Orchideen habe ist mir aufgefallen, dass die, deren Luftwurzeln kleine Häärchen zum festhalten bilden eher nicht so darauf zuwachsen. Sonst scheinen die, deren Töpfe direkt auf dem Granulat stehen eher interessiert daran zu sein, am Topfboden entlang zu wachsen, kommen aber meistens nicht raus.
    Inwieweit das jetzt Zufall ist, kann ich leider nicht genau sagen. Algenbildung findet jedoch auch statt. Inwieweit das Substrat für die Kultur geeignet ist, kann ich nicht so genau sagen, es macht auch Werbung damit besonders mineralstoffhaltig zu sein (deswegen hab ich es nicht ausprobiert) und ist relativ schwer...aufgrund eurer Berichte bin ich allerdings durchaus am Überlegen, ob man so was nicht vielleicht mal ausprobieren könnte. Granulat behauptet nämlich sehr luftdurchlässig zu sein...muss ich mir vielleicht mal eine "Versuchskanninchen" Orchidee zulegen!
     
  10. Ingrid Pape

    Ingrid Pape Administratorin und Wettbewerbsteilnehmerin 2017 Mitarbeiter

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