Schäden durch zu kalte Temperaturen ?

Dieses Thema im Forum "Krankheiten und Schädlinge" wurde erstellt von Phalanda, 16. März 2007.

  1. Phalanda

    Phalanda Guest

    Hallo an alle,

    kann es zu Wachstums- und Wurzelschäden bei einer Cattleya, insbesondere C. mossiae semi-alba, siehe Avatar, kommen, wenn sie zu lange für ihr Empfinden zu kalt kultiviert wurde ?

    Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal alle Orchideen, die nur irgenwie nach draussen konnten, in die Sommerfrische gebracht.
    Bei einigen meiner Cattleyas und -hybriden, Slc, Blc, habe ich aber über die Zeit das Gefühl bekommen, dass da irgendwas nicht gestimmt hat. Sie wachsen irgendwie nicht mehr so recht.
    Und die C. mossiae hat letztes Jahr im Sommer einen Wurzelschaden bekommen, keinen NT gemacht, nur den Ansatz davon, und eigentlich dachte ich, die müsste doch schon längst austreiben, soll ja jetzt schon nen kräftigen neuen Trieb haben, aber es tut sich nichts.
    Sie hat immer mehr Runzeln bekommen und schmeisst jetzt auch das Blatt vom letzten Trieb. Es ist schon ganz gelb...

    Kann ich mit sehr viel Geduld und guter Pflege noch hoffen, dass sie trotz Erkältung nochmal einen Neutrieb macht, oder haben Temperaturschäden zu viel kaputt gemacht ?
     
  2. gitta

    gitta Guest

    Hallo Evelyn,

    der letzte Sommer war extrem heiß - da wollten gerade die Cattleyen sehr viel Wasser. Auf zu kalt tippe ich eher nicht, weiß allerdings auch nicht, wo Du wohnst;) Kälte können Cattleyen im Herbst kurzfristig ab, so arg empfindlich sind sie ja nicht.
    Wie sah denn der Wurzelschaden bei Deiner mossiae aus?
     
  3. kobe

    kobe Guest

    Meine Cattleyas haben letztes Frühjahr bei knapp über Null Grad schwarze Blätter bekommen, im Sommer haben sich aber alle erholt und NTs mit Wurzeln gemacht. Die aölten Blätter sind allerdings schwarz geblieben.
     
  4. Phalanda

    Phalanda Guest

    Kulturbeschreibung

    Hallo Gitta,

    der Wurzelschaden sah nach zuviel Wasser aus... Ich habe sie, nachdem ich sie vorletztes Jahr von meinem Mann zum Muttertag bekommen habe, nach der Blüte nicht umgetopft und dann letztes Jahr als es mit den Wachstumsstörungen anfing und ich zur Kontrolle ins Substrat geschaut habe, gesehen, dass in dem Substrat so Wasserspeichernde Perlite oder sowas drin sind, und mit denen kann ich nicht umgehen. Habe mir damit schon dreimal nen Wurzelschaden geholt, hätte aber nicht gedacht dass in der C. mossiae auch welche drin sind. Dann war sie auf alle Fälle sehr schnell neu getopft...

    Naja, und dann stand sie tagsüber draussen, bei normalen Temperaturen und nachts halt auch runter bis 9-10 Grad solange es noch nicht richtig Sommer in München war und dann halt im Herbst nachts wieder so kalt.

    Und dann habe ich mich erinnert, dass mir der Händler damals noch gesagt hat, auf keinen Fall unter 15 Grad. Und das habe ich aber zuerst vergessen, erst als das mit dem stocken Neutrieb anfing und ich zu grübeln begann, habe ich mich wieder erinnert und könnte mich jetzt in den Hintern beissen.

    Hallo Martin,

    hattest du auch eine C. mossiae bei diesen Temperaturen draussen? Es waren auch nicht alle meiner Cattsen so empfindlich, aber eben diese, und die Slc. Lucky Strike 'Melody' und die Slc. Little Hazel. Ach so, und eine meiner beiden Blc. Pamela Finney 'Calf' hat das auch nicht gemocht, und ist mir leider eingegangen. Aber die war bestimmt insgesamt zu schwach, denn die ander ist fit wie ein Turnschuh, wenn man das so sagen kann.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. März 2007
  5. gitta

    gitta Guest

    Hallo Evelyn,

    kurzfristig 10 Grad sollten die Cattleyen verkraften - allerdings sollte das Substrat dann trocken sein und draußen am besten KEIN Wind gehen. Sonst lieber etwas später im Jahr raustellen und eher wieder reinholen.
    Man sollte sie auch im Frühjahr langsam an die Außentemperaturen gewöhnen: die ersten Tage nur tagsüber raus und abends wieder auf die Fensterbank.

    Nochmal zum Gießen: bitte immer erst wieder gießen, wenn der Topf leicht geworden ist, d.h. das Substrat wirklich trocken geworden ist. Das ist besser, als feste Gießtage zu haben.
     
  6. Phalanda

    Phalanda Guest

    Hallo Gitta,

    danke für Deine Tips, wobei mich eine Frage immer noch beschäftigt:
    wo fängt langfristig an und wo hört kurzfristig auf?

    Und war dieser Rat von dem Händler: C. mossiae NIE unter 15 Grad ! gerechtfertigt, oder ist diese Art doch robuster als allgemein angenommen?

    Falls nicht - kann sie sich erholen? Oder ist sie jetzt zu sehr geschädigt?

    Hat noch keiner Erfahrung sammeln können, wie eine stockende Pflanze sich bei ihr angemessener Weiterkultur nach Kulturfehlern verhält?
     
  7. Phalanda

    Phalanda Guest

    Mir ist noch was eingefallen...

    Im Moment steht sie SO hinter einer anderen Cattleya in grober Pinienrinde getopft und wird immer wieder von mir gesprüht, da sie nur sehr wenig Wurzelwachstum den letzten Sommer hatte. Ab und zu wurde sie getaucht, aber aufgrund der Wintertemperaturen mehr über die Wurzeln gesprüht.

    Ich habe nun am Planegger Orchideenmarkt eine Cattleya gekauft, C. walkeriana coerulea, die in einen Tontopf mit Spaghnum gepflanzt ist.

    Ich bin am überlegen, ob die C. mossiae sich in so einer Kombination vielleicht auch wohler fühlen würde, ich denke da an gleichmässige Feuchte in Verbindung mit guter Belüftung durch den Ton und Verdunstungskälte im Sommer...
     
  8. Toshie

    Toshie Guest

    Hallo Evelyn,

    ich glaube nicht, daß die zu niedrigen Temperaturen allein deinen Cattleyen geschadet haben, eher die Kombination aus Kälte und Nässe, wahrscheinlich zu dichtem Substrat und/oder zu großem (Plastik-)Topf.

    Ich kenne die von dir geschilderten Probleme auch, habe aber mit der Kultur im Freien nur positive Erfahrungen gemacht, seit ich folgendermaßen vorgehe:

    Ich tue meine Cattleyen erst raus, wenn es draußen wirklich verläßlich warm ist, (bei uns hier im Norden oft erst Mitte/Ende Juni, ), dann aber bleiben sie bis zum "bitteren Ende", also bis es dann so ab September doch zu kühl wird, draußen, auch bei Regen und Kälte!
    Das schadet ihnen nicht, im Gegenteil!

    Allerdings topfe ich zumindest die größeren Pflanzen in Tontöpfe und verwende grobes, durchlässiges Substrat auf Rindenbasis oder reine Rinde, keinesfalls Perlite oder andere "matschende" Substanzen.
    Spätestens im 2. Jahr wird umgetopft, manchmal auch jährlich.
    Außerdem ist es m.E. nach von Vorteil, eher zu kleine als zu große Töpfe zu nehmen, da diese schnell ganz durchgewurzelt sind und nach dem Gießen schnell wieder abtrocknen. Bei Wärme muß ich dann allerdings täglich gießen.

    Unter diesen Umständen wachsen meine Cattleyen durchweg gut und stecken kurzfristige Unterkühlung locker weg;) !

    Viele Grüße, Ute
     
  9. Phalanda

    Phalanda Guest

    Hallo Ute,

    danke erstmal für deine Kulturbeschreibung.

    Ich selber benutze in meinem Substrat, das entweder reine Pinienrinde ist, Rinde gemischt mit Ständler-Substrat oder mittlerweile auch Spaghnum, pur oder als Oberste Schicht, keine wasserspeichernden Zusatzstoffe, wie Perlite oder ähnlichem.
    Ich habe bisher nur in zugekauften Pflanzen diese Zusatzstoffe gehabt und mir am Anfang nichts dabei gedacht, ausser: ok, probieren wir's mal aus, und bei meinem Giessverhalten haben die Pflanzen eigentlich eher mal Durst anstatt dass sie übergossen werden, genau wegen der bekannten Problematik, es oft zu gut zu meinen, aber die Pflanzen, die in Perliten standen, haben Wurzelschäden bekommen bei mir.

    Ich habe diese Erfahrung leider schon mit Phal. equestris, Phrag. Saint Queen, Slc. Lucky Strike und eben zuletzt mit Cattl. mossiae gemacht.

    Mit den Container-Töpfen könntest du Recht haben, und da die C. mossiae sowohl in einem Container-Topf sowie in altem und mit Perliten versetztem Substrat stand, kommt natürlich eines zum anderen.

    Wie machst du das beim Umtopfen?

    Meine in Ton getopften Vandeen, ohne Substrat, nur ein paar Flaschenkorken drin, wachsen am Ton schon relativ fest, aber wenn ich den Topf über ein paar Stunden richtig mit Wasser vollsaugen lasse, bekomme ich auch verirrte Wurzeln wieder ab, und kann die dann ins Innere umleiten.

    Aber Cattleyen bekommen doch so viele, wesentlich dünnere Wurzeln? Wie löse ich diese, ohne grösseren Schaden vom Ton wieder ab?
     
  10. Toshie

    Toshie Guest

    Hallo Evelyn,

    Cattleyen in Tontöpfen wurzeln meiner Erfahrung nach auch mit Begeisterung am Ton fest!
    Das macht das Umtopfen natürlich schwieriger als beim Plastiktopf, ist aber kein größeres Problem.
    Es kommt auf den richtigen Zeitpunkt an, der ist dann gekommen, wenn reichlich neue Wurzeln aus dem jüngsten Trieb erscheinen.
    Das passiert einmal bei Triebbeginn und häufig noch einmal wenn der Neutrieb ausreift (meist im Spätsommer/Herbst.)
    Ich mach´s dann genau wie du und wässer`die Töpfe gründlich, dann lassen sich die Wurzeln meist ablösen. Wenn mal eine bricht ist das aber auch kein Drama, sofern die Pflanze wirklich Wachstumsdruck hat, dann bildet sie schnell neue Wurzeln.

    Habe letztes Jahr der Vorführung eines Orchideenzüchters zugesehen, der Cattleyen ausschließlich in Ton und reiner Rinde zieht. Der läßt vor dem Umtopfen alles völlig austrocknen und nimmt die trockene Pflanze aus dem Topf, auch wenn da Wurzeln bei draufgehen. Altes Substrat und kaputte Wurzeln wurden einfach mit den Fingern rausgestreift, gebrochene und zu lange Wurzeln mit der Schere eingekürzt. Dann wurden die Pflanzen mitsamt der neuen Wurzeln in den neuen Topf gesetzt, Rinde locker draufgeschaufelt, zuletzt mit drei bis vier flachen Rindenstücken am Topfrand so verkeilt, daß die Pflanze absolut fest steht.
    Natürlich werden dabei Wurzeln gequetscht, aber nach Aussage des Züchters würde das gesunden Cattleyen nicht nur nichts ausmachen, sondern sogar das Wurzelwachstum anregen...
    Das nur mal so als Eindruck, wie es andere machen - zugegeben, ganz so rabiat bin ich aber auch nicht;) ...

    Wichtig ist m.E. nach, daß wirklich regelmäßig umgetopft wird, auch wegen der Gefahr der Salzanreicherung im Ton.
    Und nochmal zum Gießen: Ich gieße nur mit Regenwasser und dünge sehr schwach konzentriert.
    Man kann immer wieder lesen, Cattleyen bräuchten wenig Wasser, aber ich habe festgestellt, daß es besser ist, wenn sie dreimal die Woche gegossen werden und zwischendurch immer wieder austrocknen, als wenn sie einmal alle 10 Tage Wasser kriegen und dann tagelang im Sumpf stehen.

    Zu Vandeen, Phals etc. kann ich nichts sagen, da habe ich keine Ahnung davon;) .

    Beste Grüße, Ute
     
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