Phalaenopsis maculata

Dieses Thema im Forum "Fragen zur Pflege" wurde erstellt von FutoMaki, 25. März 2008.

  1. FutoMaki

    FutoMaki Guest

    Hallo!
    Ich habe seit kurzem eine Phalaenopsis maculata (Importpflanze) erhalten.
    Prompt sind mir die Wurzeln teilweise weggegammelt.
    In der Suchfunktion und der Kulturdatenbank habe ich nicht genug Hinweise über diese Art erhalten können.
    Ich bin mir noch unschlüssig, wie ich sie auf der Fensterbank im Topf, bzw, aufgebunden in einem meiner Zimmer-GWHs halten soll.
    Deshalb möchte ich hier Kulturtipps von anderen Usern zusammentragen, die schon Erfahrung in der Pflege dieser Naturform haben.

    Besonders interessieren natürlich die Punkte:
    • Gieß-/ Tauchverhalten (lieber feucht halten oder gut durchtrocknen lassen)
    • Benötigte Luftfeuchtigkeit
    • Getopft oder aufgebunden
    • Düngung
    • Licht-/Sonnenempfindlichkeit
    • Blüteninduktion
    • Anfälligkeit für Pilze und Schädlinge
     
  2. @Alexa,
    vor zwei Jahren habe ich in Padua beim Hourai auch eine maculata gekauft.
    Habe mich mit ihm etwas unterhalten und er sagte mir damals, dass die Pflanzen auf Kalkfelsen im Moos wachsen
    und er hat das Wasser gemessen, dass den Wert ca 10 pH hatte. Auf meinen ungläubigen Blick hat er sich wiederholt und sagte "yes pH 10"
    Wir können einfach Kalkbrocken oder Kalkmergel beimischen.
    Das habe ich hier in Forum mal geschrieben und bei uns in der Gruppe auch erzählt, da wurde ich ausgelacht,
    nur frag mal die, die damals gelacht haben was sie anschliessend gemacht haben?
    Sie haben "aufgekalkt", da die Pflanzen tatsächlich im kalkreichem Substrat besser wachsen.
    Letzes Jahr habe ich paar Sämlinge Phal maculata aus der Flasche bekommen,
    denen habe ich auch etwas Kalkmergel beigemischt und es scheint so, als ob sie es mögen.

    Aufgebunden habe ich keine, die einzige die ich kenne, die sie aufgebunden hält ist Heidi.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. März 2008
  3. Phalifan

    Phalifan Guest

    Hallo Peter!

    Kann mich an Deinen Beitrag auch erinnern. Jetzt mal ne Frage. Woher bekommt man den Kalkmergel oder vergleichbare Kalkbrocken die man mit ins Substrat mischen kann? (oder einfach mit zum Aufbinden) Denn meine maculata jetzt auf eine schmal geschnittene Kalksandsteinplatte aufbinden ist da doch eher abwegig, oder doch nicht? Gibt der Baumarkt da was her?

    Grüße Mike
     
  4. ada

    ada Guest


    Hallo Mike,
    das Aufbinden mit etwas Moos auf e. Kalksteinplatte ist nicht abwegig! So mache ich das auch.
     
  5. Phalifan

    Phalifan Guest

    Meist führen ja die abwegigsten Ideen zum Ziel. Hätte da aber die meisten Bedenken, das eine feuchte Steinplatte die Temperatur an den Wurzeln durch die Verdunstungskälte zu stark unterkühlt. Werde die Idee dann umsetzen, wenn sie ins neue GWH umziehen darf, denn momentan ist Stillstand in der Vitrine angesagt. Würde sie dann auch etwas heller hängen, passend zu den Standortbeschreibungen.
    Bin aber auch für weitere Ideen offen.

    Grüße Mike
     
  6. legiaanhung

    legiaanhung Guest

    Hallo,
    wo bekommen wir die Kalksteinplatten bzw die Kalksteinsand?
    Mfg
    Hung Le
     
  7. Phalifan

    Phalifan Guest

    Ich habe noch was vom Bauen über, aber die Kalksandsteine sollte eigentlich jeder Baumarkt haben.

    Grüße Mike
     
  8. ada

    ada Guest

    auch z. B. eine Muschelkalkplatte aus e. Steinbruch, oder ein Stück von e. Kalkstein- Bodenbelag- Platte tut es.
     
  9. Helmut

    Helmut Guest

    Phal. maculata

    Hallo zusammen,

    einen Teil des nachfolgenden Beitrages hatte ich gestern schon einmal an anderer Stelle im Forum gepostet und ich wurde gebeten, den Beitrag hier nochmals einzustellen. Ich habe das Ganze noch einmal überarbeitet und etwas ausführlicher gestaltet, da doch einige zusätzliche Fragen dazu aufgeworfen worden sind. Alle meine Ausführungen beziehen sich auf meine Kulturbedingungen in Fensterbankschalen auf der Fensterbank an Süd-Ost Fenstern. Ich möchte versuchen so viel wie möglich auch mit Bildern zu belegen.

    Über einige Jahre hinweg waren kaum blühfähige Phal. maculatas zu bekommen. Auch Jungpflanzen wurden keine angeboten. In den vergangenen 12 Monaten hat sich dies insoweit etwas geändert, als dass gelegentlich adulte Importpflanzen angeboten werden, die jedoch in den meisten Fällen nur sehr schwer in Fensterbankkultur weitergepflegt werden und erhalten werden können.

    An meiner ersten blühfähigen Import-maculata hatte ich nicht lange Freude. Die Pflanze war in Rindensubstrat getopft, dürfte aber erst ein paar Wochen bei dem Verkäufer im Gewächshaus gestanden haben, da sie beim Erhalt fast keine aktiven Wurzeln hatte. Dies war mir zwar bekannt, aber ich wollte sie ja unbedingt haben. Bei Erhalt waren die Blätter fest, so dass ich mir zunächst keine weiteren Gedanken machte. Relativ schnell wurden jedoch die Blätter schlaff und der Zustand der Pflanze wurde von Tag zu Tag schlechter. Ich nahm die Pflanze aus dem Topf und sah, dass sie keine aktive Wurzel mehr hatte und versetzte sie auf Sphagnum in eine verschlossene Volvic-Flasche um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Pflanze kümmerte noch drei Monate vor sich hin, bis ich sie entsorgen konnte.

    Zu dem Zeitpunkt, als die erste maculata gerade in die Volvic-Flasche umgezogen war, sah ich das Angebot eines weiteren Händlers, der ebenfalls blühfähige Import-macualtas anbot. Ich riskierte es nochmals und bestellte erneut eine Pflanze. Ich erhielt eine Pflanze mit drei festen Blättern und einer abgeblühten und eingetrockneten Rispe, die wohl sehr gut bewurzelt war. Die Pflanze machte keine Probleme und begann nach nur zwei Monaten eine neue Rispe zu auszutreiben, aus der sie weitere vier Monate später Anfang Oktober sogar blühte.
    [​IMG]

    So sieht die Pflanze heute aus. Seit sechs Wochen ist eine zweite Rispe sichtbar und auch die alte Rispe treibt wieder weiter.
    [​IMG]
    [​IMG]

    Schon vor dem Kauf der zweiten Pflanze hatte ich zusammen mit einigen Orchideen-Freunden bei einem Privat-Import eine Phal. maculata mitbestellt, die mir durch den günstigen Dollar-Kurs preiswert erschien.
    Diese im Juni als ‚bare roots‘ also wurzelnackt gelieferte Pflanze hatte bei Erhalt nur eingetrocknete Wurzeln und sehr weiche und schlaffe Blätter. Ich habe die Pflanze in Rindensubstrat getopft und versuchte durch tägliches Sprühen und Aufhängen an einem hellen Ort unter einer Oberlichtkuppel die Pflanze wieder zum Leben zu erwecken, was mir aber binnen acht Wochen nicht gelang und ich die Pflanze entsorgen musste.

    Eine weitere Import – maculata haben mir Freunde von der Ausstellung aus BSU mitgebracht. So sah diese Pflanze von Michael Ooi am 05.03.2008 aus, nachdem sie frisch getopft wurde. Die Blätter waren schlaff und weich, die Wurzeln waren zwar schon etwas trocken, jedoch noch nicht vollständig eingetrocknet. Mit dazu beigetragen, dass die Wurzeln nicht völlig eingetrocknet waren, hat wohl auch dass die Wurzeln in Sphagnum eingewickelt und verschnürt waren und regelmäßig ein wenig gewässert worden sind.
    [​IMG]

    und gestern (20 Tage später) – aus demselben Blickwinkel
    [​IMG]

    und von vorne, die beiden großen Blätter sind 10 und 11 cm lang.
    [​IMG]

    Blühfähige etablierte maculatas sind auch heute wohl kaum im Handel bekommen. Fast alle angebotenen blühfähigen maculatas sind Importpflanzen, die zumindest bei der Weiterkultur auf der Fensterbank sehr mit Vorsicht zu behandeln sind. Import-maculatas sind nicht einfach zu halten und es ist ein gewisses Lotteriespiel mit dieser Art, die jedoch sehr reizvoll ist, was mich auch immer wieder bewogen hat, es erneut mit ihr zu versuchen.
    Ich habe auch schon mehrfach gelesen und gehört, wie Peter in einem der vorhergehenden Beiträge schon geschrieben hat, dass die maculatas bei etwas kalkhaltigem Pflanzmedium gut gedeihen sollen. Dies ist auch aus meinem dritten Bild von oben zu erkennen, der Verkäufer hat seinem Substrat Kalksteine beigemischt.

    Wesentlich einfacher wäre, unter Aufbringung von etwas Geduld, es einmal mit Jungpflanzen zu versuchen, die auf der Fensterbank groß gezogen werden und dann auch wesentlich einfacher zu kultivieren sein dürften. Frau Elsner hat schöne kräftige Jungpflanzen von den ich nachstehend noch zwei Bilder zeigen möchte. Die größten Blätter haben eine Länge von 8 cm.
    [​IMG]
    [​IMG]

    Nachfolgend noch einige Anmerkungen zu den Kulturbedingungen meiner Pflanzen:

    Standort:
    Die Pflanzen stehen hell in Fensterbankschalen an unschattierten Ostfenstern. Die Fenster sind jedoch alle mit Sonnenschutzfolie beschichtet. Auf den nachfolgenden Bildern habe ich jeweils versucht einen Teil des Fensterrahmens mit auf das Bild zu bekommen um die Entfernung der Pflanze zur Scheibe zu zeigen.
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]

    Gießen:
    Ich gieße die maculatas etwa doppelt so häufig, wie die anderen Phalaenopsis. Dass dies nicht ganz falsch sein kann belegen die Bilder der ersten beiden Pflanzen.

    Düngung:
    Gedüngt wird bei mir grundsätzlich eher weniger, da ich es häufig vergesse. Auch dies scheint den Pflanzen nicht zu schaden.

    Ein kurzes Fazit aus dem oben Gesagten:
    Für die problemlose Kultur auf der Fensterbank eignen sich entweder Jungpflanzen, oder nur wirklich gut bewurzelte und etablierte Import-Pflanzen. Von Frischimporten sollte man für die Fensterbankkultur Abstand nehmen.
     
  10. tinchen70

    tinchen70 Guest

    Na das ist doch mal ein sehr schöner und informatiever Thread!

    wir haben 2 verschiedene maculatas, eine stammte von OP - 2005 glaube ich und eine aus einem Import 2006.

    Ich hatte über Peter und die Kalk-Geschichte erst gelacht, da seine aber dann besser wuchsen haben wirs nachgemacht. Wir haben einfachen Dolomitkalk aus dem Baumarkt genommen. Es würden sich auch Marmorsteine, alte Marmorfensterbänke oder -Bruch eignen.

    Das Ergebnis war erstaunlich, sie blühte mit 2 Stielen, brachte eine Samenkapsel, die Sämlinge werden jetzt bald pikiert. Sie brachte auch was ganz ungewöhnliches: auf jedem Stiel am Ende ein Kindel.

    Die 2. Pflanze ging leider trotz Kalk rückwärts, die Hauptpflanze starb, machte aber noch ein Stammkindel. Dieses ist zwar noch recht klein, sie ist aber noch da.
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden