Nachtabsenkung - relativ oder absolut?

Dieses Thema im Forum "Rund um die Pflege" wurde erstellt von max4orchids, 17. Mai 2011.

  1. max4orchids

    max4orchids Guest

    Trotz meiner ausgiebigen Recherchen (die allerdings auch nicht tagelang dauerten) konnte ich bislang keinen thread finden, in dem geklärt würde, ob die Nachtabsenkung bei Cattleya und Laelia absolut sein muss oder relativ sein kann.

    Folgende Varianten könnte ich mir vorstellen:

    1.) Absolute Nachtabsenkung:
    Die Temperatur in der Nacht muss mindestens 18° C oder niedriger sein, um eine Blüteninduktion zu bewirken, unerheblich ob die Tagestemperatur bei 20°, 25° oder 30° C liegt.

    2.) Relative Nachtabsenkung:
    Wenn tagsüber eine Temperatur von 30° C herrscht, dann reicht auch eine Nachtabsenkung um 10° C auf 20° C, um die Blüteninduktion zu bewirken. Und bei tagsüber 25° C würde schon eine Nachtabsenkung um 7° C auf 18° C genügen.

    3.) Kombinierte Nachtabsenkung:
    Nachts muss die Temperatur mindestens <= 18° C sein, so dass eine relativ große Nachtabsenkung um 11° C von 30° C auf 19° C wirkungslos ist, aber eine Nachtabsenkung um nur 4° C von 22° C auf 18° C die Blüteninduktion bewirkt.

    Wie sind Eure Erfahrungen?

    LG max4orchids
     
  2. Lycaste53

    Lycaste53 Guest

    In meinem südseitigen Wintergarten ist es derzeit so, dass die Temperatur bei gutem Wetter tagsüber auf ca. 35°C hoch geht, und nachts dann abfällt, aber garnicht so sehr, weil der Fußboden (Stein) die Wärme speichert und nur langsam auskühlt. Wenn die Nächte wärmer werden kann ich das durch nächtliches Lüften verändern, da die letzten Nächte bei 8°C, 5°C, 8°C lagen lasse ich die Fenster lieber noch zu.
    Im Winter, bei Heizbetrieb, lässt sich die Nachttemperatur besser regeln als im Sommer, da habe ich 16°C / 24°C bzw. 20°C/24°C Nacht/Tag. Wenn im Winter sonnige Tage sind (da wird nicht schattiert) kann es nachmittags auch 28-30°C warm werden.
    Viele stellen / hängen ihre Cattleyen und Laelien im Sommer in den Garten...da hast Du dann garkeinen Einfluss mehr.
    So genau geht das alles nicht.
    LG Lycaste53
     
  3. max4orchids

    max4orchids Guest

    Hinweis der AOS

    Hier habe ich einen allgemeinen Hinweis der AOS zur day/night fluctuation gefunden:

    Quelle: http://www.aos.org/AM/Template.cfm?Section=Orchid_Resources1&CONTENTID=6753&TEMPLATE=/CM/ContentDisplay.cfm

    Das bedeutet also, dass eine beachtliche relative Differenz von 10 F (ca. 5,5° C) bei Phalaenopsis-Pflanzen, die zwischen 26 und 32° C kultiviert werden, nicht ausreicht, um die Blüteninduktion zu bewirken, wenn unabhängig voneinander entweder die Tagestemperaturen über 29,5° C oder aber die Nachttemperaturen über 24° C liegt.

    Das Beispiel der Phals spricht für ein kombiniertes Modell, wenn ich das richtig verstehe.

    LG max4orchids
     
  4. Lycaste53

    Lycaste53 Guest

    Dann dürften meine momentan nicht blühen, da fast täglich über 30°C. Während der Hitzewelle im April schon mal 36-37°C. Sie tun es aber, natürlich nicht alle gleichzeitig. Hab gerade nachgeschaut, was, momentan jedenfalls:
    amabilis ´sabah´
    amabilis x javanica
    bellina alba
    braceana
    deliciosa
    equestris
    equestris ´orange´
    javanica
    fasciata (evtl was anderes)
    intermedia
    lobbii
    mariae
    sumatrana
    thalebanii ´red´
    Manche blühen stets zu bestimmten Jahreszeiten, z.B. im Herbst venosa.
    Glaub nicht alles, was Du liest.
    LG Lycaste53
     
  5. max4orchids

    max4orchids Guest

    Tu ich gerne ;-)

    Scheint doch etwas komplizierter und von Art zu Art verschieden zu sein... Bei Hybriden sowieso.

    LG max4orchids
     
  6. Lycaste53

    Lycaste53 Guest

    Was mich am meisten interessieren würde, weil Du hier nach Beiträgen zur Blüh-Induktion mittels Temperaturspreizung suchst: Hast Du denn irgendein Problem bezüglich der Blühwilligkeit deiner Pflanzen, wenn ja bei welchen Arten, und wie kultvierst Du sie? Oder ist das ein eher theoretisches Interesse?
    LG Lycaste53
     
  7. Araia

    Araia Guest

    Sehe ich auch so. 10 Grad Differenz zwischen Tag und Nacht bekomme ich nie hin, trotzdem wachsen und blühen diverse Orchideen aus unterschiedlichen Gattungen bei mir. Und den Multihybriden ist sowieso alles egal, die blühen immer.
    Wichtig ist, dass du Pflanzen hältst, denen du im Jahresdurchschnitt eine geeignete Temperatur bieten kannst. In der Zimmer-/Vitrinenkultur sind das meist Pflanzen, die als warm und sehr warm gekennzeichnet sind, in kühleren Räumen kann man den Bereich temperiert bis warm ansetzen.
     
  8. max4orchids

    max4orchids Guest

    Im Grunde beides: Habe einige Kandidaten (z.B. zwei C. dowiana var.aurea und vor allem eine Laelia purpurata), die endlich Blühstärke haben und deren Neutrieb im Moment vielversprechend wachsen - was ja die sensible Phase sein dürfte.

    Tatsächlich habe ich eine ordentliche Temperaturdifferenz im Wintergarten - tagsüber zwischen 25 und 35° C (Letzteres nachmittags bei Sonnenschein) und nachts zwischen 18 und 20° C. Ergibt eine Nachtabsenkung von ca. 10 ° C - im Prinzip.

    Das Problem ist: Wenn es draußen kalt wird, besteht meine Frau darauf, dass die Fussbodenheizung angestellt wird, weil sie morgens beim Frühstück nicht frieren möchte (kann man nachvollziehen, oder?), was aber bedeutet, dass die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 ° C fällt...

    Meine Sorge ist somit, dass ich womöglich im Moment die Blüteninduktion versaue, weil ich nachts nicht genug absenke. Für Draußen ist es hier im Norden m.E. noch zu kalt - stark windig und Nachttemperaturen um die 10 ° C oder weniger in den letzten Tagen, das ist mir zu riskant. Sonst wäre das ja alles kein Problem, da die Pflanzen im Freien genug Nachtabsenkung hätten.

    Und nebenbei interessiert es mich auch theoretisch... bin halt Wissenschaftler soweit es geht ;-)

    LG max4orchids
     
  9. Kerry

    Kerry Guest

    Hallo Max4orchids (was für ein Name :grin:)

    ich denke, dass die nächtliche Temperaturabsenkung eher das allgemeine Wohlbefinden der Pflanzen beeinflusst. Meiner Meinung nach ist vor allem eine ausgeprägte Trockenphase eher für die Blüteninduktion verantwortlich. Meine Cattsen (NF, Primär- und Multihyb.) bekommen auch nur eine relativ geringe Nachtabsenkung, solange sie noch nicht draußen sind, blühen aber trotzdem alle.

    Woran ich mir zur Zeit noch die Zähne ausbeiße, ist eine Laelia lucasiana. Wachsen tut sie gut, aber mit dem Blühen hapert es dort auch.

    lg Kerry
     
  10. Araia

    Araia Guest

    In der Natur benötigen die echten Epiphyten eine hohe Nachtabsenkung, um an Wasser zu kommen. Nur wenn die Temperaturdifferenz hoch genug ist, bildet sich Nebel, dieser dient als dann als Wasserquelle.

    Zur Blühinduktion nutzen die Orchideen je nach Art bzw. Herkunft unterschiedliche Auslöser. Z.B werden Phals recht zuverlässig zur Blüte angeregt, wenn die Temperatur einige Wochen lang zwischen 16-20° liegt, viele Phals blühen aber auch ohne diese kühlere Phase. Wie Kerry schon schieb, benötigen manche Arten eine strenge Trockenphase. Arten aus gleichförmigen Klimazonen scheinen eine innere Uhr zu haben, sie blühen trotz konstanter Pflegebedingungen regelmäßig zur gleichen Zeit.
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden