Hüttenkalk

Dieses Thema im Forum "Rund um die Pflege" wurde erstellt von Deleted member 9956, 11. März 2016.

  1. Ich gestehe, dass ich meine Paphiopedilen bisher nicht gekalkt habe :tuete:
    Bei Freilandversuchen wurde festgestellt, dass Muschelkalk und ähnliches erst nach 6 - 12 Monaten von den Pflanzen verwertet werden kann. Deshalb war ich auf der Suche nach Kalk in anderer Form und bin auf Hüttenkalk gestossen.
    Hat das schon mal jemand zum Düngen gebraucht?

    Originaltext von der Packung:
    Hüttenkalk (Konverterkalk 50%)
    50% CaSIO4
    Viele Spurenelemente (Mn, Zn, Cr, Va, u.a.)

    Kieselsäurehaltiger Kalk aus der industriellen Eisenverhüttung mit wertvollen Spurennährstoffen und Silizium.

    Tönt an sich nicht schlecht.
     
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  2. sinam

    sinam Leser

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    Kann dir nicht weiterhelfen, kalke meine Schuhe nicht.
     
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  3. Frederick

    Frederick Guest

    Hey Druantia
    Es gibt ne Menge Kalksorten, die man im Gartenbau verwenden kann. Der umgangssprachlich "Gärtnerkalk" genannte ist eigentlich nur kohlensaurer Kalk (CaCO3), da der CO3-Rest aus Kohlensäure gewonnen wird. Das ganze hebt den pH-Wert an, auch wenn "sauer" in khlensaurem Kalk steht ;)
    Der wird deshalb meist genommen, weil er zwar sofort wirksam ist, aber eine geringe Chance der Pflanzenverbrennung vorhanden ist und er den ph-Wert auch abpuffern kann. Wie genau er sich aber auf Schuhe und deren Subtrat auswirkt, kann ch dir nicht sagen. Die meisten Hersteller dieses Kalks mischen noch ca. 30% Magnesium ein (Mg2+ ist in der Aufnahme der Pflanzenwurzel Antagonistisch zu Ca2+, daher wollen sie das etwas ausgleichen, nehme ich an.)

    Branntkalk (CaO) wirkt allgemein sehr schnell, aber ist ätzend und damit würde ich an Orchideen weniger experimentieren.

    Es gibt auch Kalk, den man übers Blatt spritzen kann, ich weiß grade nicht mehr genau, welcher das ist. Ich schau aber morgen im Betrieb mal für dich nach.
     
  4. Lea, ich versorge mein Paphiopedilum und im Garten die kalkliebenden Christrosen und Lilien mit Dolomitkalk. Dieser hat eine andere chem. Formel als der Hüttenkalk.
    Ob das den Pflanzen wirklich gut tut ... ich nehme es an. Der Kalk ist gar nicht löslich, ich beobachte nach einiger Zeit seine Konzentration im Topfuntersatz.
    Zweimal im Jahr gebe ich einen knappen Teelöffel davon auf das Substrat. Sollte nicht bei gerade blühenden Pflanzen gemacht werden (gelesen)..
    Versuch es doch, kann bestimmt nicht schaden. Immerhin wird versalzenes Substrat wieder auf den richtigen pH-Wert gebracht.
     
  5. Susan, Du auch nicht :pff:

    Frederick, leider bin ich in Düngerzusammensetzung und Chemie nicht so bewandert, das mit dem Aufsprühen tönt aber interessant. Ich bin gespannt!

    Karin, ich habe gelesen, dass man das Wasser samt Kalkpulver etwa 3 Tage stehen lassen soll. So soll der Kalk noch besser von den Wurzeln aufgenommen werden :nixweiss:.

    Ich werde mal einen Versuch starten. Frei nach dem Motto : nützt's nix, dann schadet es nix.
     
  6. Lea, da Kalk nicht löslich ist, was sollen die 3 Tage da bringen? Aber ich möchte hier keine Diskussion anzetteln.
    Auf jeden Fall hilft es den Pflanzen, indem der Kalk saures Substrat in den gewünschten pH-Bereich überführt.
    Aufsprühen? Wie sieht es da mit Kalkflecken auf den Blättern aus?
     
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  7. Doch, vom Hüttenkalk wird gesagt, dass er sich eben auflöst. Ich kann Dir aber noch nichts aus eigener Erfahrung sagen, da ich den Kalk erst vorgestern ins Wasser gestreut habe. Allenfalls löst sich auch nur ein Teil davon, jedenfalls ist es ein ganz feines Pulver und ich berichte, wenn ich Genaueres sehe :lupe:
     
  8. Frederick

    Frederick Guest

    Hi

    Also nach kurzer Recherche bin ich auf Calciumnitrat und auf Calciumchlorid gekommen, welche wohl auch wasserlöslich sein sollen. Allerdings habe ich damit keine Erfahrung und kann dementsprechend nichts über die Aufwandmengen sagen, wohl aber dass Calciumchlorid zur Blattdüngung vor allem im Obstbau gegen Stippe und Blattrandnekrosen eingesetzt wird.
    Branntkalk (CaO) ist ebenfalls wasserlöslich, wirkt aber, wie gesagt, ätzend. Da wäre ich also etwas vorsichtiger bei der Hand.

    Ich hatte Dir ja zugesagt, dass ich für dich heute nochmal das Endverbraucherprodukt näher anschaue. Es handelt sich dabei um Cuxin DCM Algo-Plasmin aus 100% Lithothamnium Calcareum (Alge) und Sedimentmineralien. Auf der Verpackung steht ausdrücklich, neben normaler Streu- und Gießanwendung, auch Spritzungen.
    Wenn du die Alge recherchierst, wird neben Calcium auch Eisen sowie Magnesium (als wichtige Photosynthese-Bausteine) und andere Spurenelemente angegeben.
    Wäre vielleicht mal einen Versuch wert?

    LG, Frederick :)

    p.S.: In den meisten Düngern ist kein bis nur wenig Calcium beigemengt worden, da dies über ein kontinuierliches Gießen mit hartem Wasser eh zufgefügt wird. Für Anwender mit sehr weichem Wasser allerdings bieten einige Firmen (ich glaube zum Beispiel bei Compo mit der Hakaphos-Reihe) eine "Soft"-Variante ihrer Dünger an. Diese Produkte sind für extra weiches (=soft) Wasser entwickelt worden und beinhalten das benötigte Calcium.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12. März 2016
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  9. Frederick, vielen, vielen Dank für Deine umfangreichen Informationen! Ich muss mich dringend noch etwas schlau machen und wegen der Alge nachlesen, das interessiert mich sehr!
    Da ich nur mit Regenwasser giesse, ist für mich auch der Calciumaspekt nicht unwichtig.
     
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