Ergebnisse stetiger Kultur von Phalaenopsis Naturformen

Dieses Thema im Forum "Kulturberichte" wurde erstellt von Helmut, 18. September 2009.

  1. Araia

    Araia Guest

    Vielleicht verrät uns Helmut ja sein Mischungsverhältnis, dann können wir die resultierende Leitfähigkeit ja ungefähr errechnen.

    Helmut? Bitte !


    LG
    Araia
     
  2. Bettina

    Bettina Guest

    Hat Helmut schon geschrieben (Post 9). Er nimmt etwa 2/3 der angegebenen Menge.
     
  3. Biscaya

    Biscaya Guest

    Hallo, ich bring mich auch mal ein.
    Grade die LW-Debatte kann ich nicht so ganz durchblicken. Auf der einen Seite düngen manche mit 200µs, andere mit gut dem Doppelten. Andere wieder mit maximal 100µs.
    Ich werd daraus nicht schlau... wirklich.
    Warte auch sehnlichst auf Helmuts Antwort ;)
     
  4. Araia

    Araia Guest

    Richtig, lesen müsste man können :grin:

    Das würde ja bedeuten, dass er bei Algoflash auf über 1.600 µS/cm kommt zzgl. dem Leitwert seines Ausgangswassers. :shocked:

    Das ist also das Geheimnis!
     
  5. Kimba

    Kimba Guest

    Wow das sieht echt super aus,vor allem die hängenden Pflanzen unter der Lichtkuppe.Ich denke du hast echt das Glück super Licht bei dir zu haben*Neid* :D
    Wenn ich mir die Bilder ansehe, verstehe ich nicht, warum Die Blätter meiner Phals so dermaßen matt sind im Gegensatz zu deinen :sad:
     
  6. Helmut

    Helmut Guest

    Muss ich mich jetzt ertappt fühlen, habe ich irgendetwas Unrechtes getan? Oder muss ich mich gar in die Ecke stellen und Buße tun? Dieser Eindruck könnte entstehen, wenn man manchen der vorhergehenden Beiträge einmal auf sich wirken lässt.

    Ich gieße seit Jahren mit Quellwasser aus dem Schwarzwald, das aus Buntsandstein kommt. Über den Leitwert etc. habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht, da sich seitdem ich damit wässere meine Pflanzen und vor allem der Zustand der Wurzeln, deutlich besser entwickelt haben als zu der Zeit, als ich nur mit Leitungswasser gegossen habe.

    Im Großen und Ganzen mache ich bezüglich des Gießens keinen Unterschied zwischen adulten oder Jungpflanzen. Da die Pflanzen zum Teil auch beisammen in den Fensterbankschalen stehen, gieße ich alles in einem Rutsch durch, wobei ich mich bei der Menge alleine von meinem Gefühl leiten lasse. Ich glaube, dass ich ein Auge für meine Pflanzen habe und dadurch relativ schnell erkenne, falls etwas nicht passen sollte. Kleinere Jungpflanzen stehen bei mir nicht in Rindensubstrat auf der Fensterbank, da dies dort nach meinen Erfahrungen nichts werden kann. Kleinere Jungpflanzen sind bei mir meist in reinem Sphagnum getopft und stehen in Flaschen oder im Kleingewächshaus.
    Das Wasser läuft beim Gießen durch den Topf in die Fensterbankschale. Im Winter, solange geheizt wird, kann es schon vorkommen, dass ich in kürzeren Intervallen gieße, da selbst bei größeren Töpfen das Substrat innerhalb weniger Tage abtrocknet. In dieser Zeit kommt kann es auch schon einmal vorkommen, dass ich alleine, ohne zu Gießen in den Fensterbankschalen 15 Liter Wasser nachfüllen muss. Bei den meisten Fensterbankschalen handelt es sich um die 7 cm hohen Schalen, in denen unten Blähton eingefüllt ist auf dem dann ein Gitterrost liegt auf dem die Pflanzentöpfe stehen. Ich glaube, wenn ich mich in dieser Beziehung noch intensiver um manche Pflanze kümmern würde (könnte), ich noch deutlich bessere Ergebnisse, vor allem beim Wurzelwachstum erzielen könnte.

    Der Großteil meines Orchideenpflanzstoffes besteht aus reiner Pinienrinde, die ich in einer Körnung von 10 - 20 mm im Gartencenter im 80 Liter Sack zum Preis von ca. 10 Euro/Sack kaufe. Die Qualität dieser Pinienrinde kann auch von demselben Hersteller von Sack zu Sack unterschiedlich ausfallen, so dass mal mehr, mal weniger an kleinen Zweigen oder Holzstückchen aussortiert werden muss. Unter die Pinienrinde mische ich dann noch ein paar Hände voll Orchideensubstrat aus einer Orchideengärtnerei oder auch von dem Seramis Orchideensubstrat um noch etwas feinere Teile dabei zu haben. Je nach Zustand der Pflanzen gebe ich noch etwas Sphagnum hinzu. Mehr Mühe mache ich mir bezüglich des Pflanzstoffes nicht.

    Seit einem halben Jahr experimentiere ich auch mit der Kultur in reiner Steinwolle (Basa-Cubes), da dieses Medium über einen relativ langen Zeitraum die Feuchtigkeit hält. Ein Fazit kann ich hierzu noch nicht ziehen, da einfach die Zeit noch zu kurz ist. Teilweise habe ich schon unerwartete Erfolge feststellen können, jedoch gab es auch Pflanzen, die ich nach knapp zwei Wochen wieder in Rinde oder Sphagnum versetzt habe.

    Als Beispiel einmal zwei Bilder von der positiven Seite. Beide Pflanzen habe ich im November 2009 in den weichen Import-Moostöpfen erhalten und dann nach Erhalt in Steinwolle versetzt. Durch das ständig relativ feuchte Sphagnum in den Importtöpfen hatten die Pflanzen wohl wenige Umstellungsschwierigkeiten auf die ebenfalls relativ feuchte Steinwolle. Vier Monate nach Erhalt haben sich selbst über den Winter schon schön neue Wurzeln gebildet.

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    Ob dies ein Geheimnis ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Ich möchte mir auch überhaupt nicht die Mühe machen nachzuvollziehen was hier jetzt mit welchen Vorgaben errechnet worden ist.

    Ich bin weder Biologe noch Chemiker und muss daher lediglich mit meinem gesunden Menschenverstand urteilen. Sollten die genannten Werte zutreffend sein, könnte dies bei einer Düngung in der vom Hersteller vorgeschlagenen Dosierung zu einer Überdüngung führen.
    Daran habe ich, zumindest was meine Pflanzen anbelangt, so meine Zweifel. Oder sollte ich mir nun Sorgen um meine Pflanzen machen und auf einen ‚sudden death’ vorbereitet sein? Ich weiß sehr wohl aus eigener Erfahrung aus meinen ‚Orchideen-Lehrjahren’, was es bedeutet Pflanzen zu überdüngen. Seinerzeit habe ich meist mit den so sehr empfohlenen ‚Spezialdüngern vom Orchideenzüchter' in der angegebenen Dosierung gedüngt und damit manche Pflanze geschädigt. Alleine schon aus dieser Erfahrung heraus bis ich schon sehr vorsichtig beim Einsatz von Düngern.
    Zum anderen kann ich mir aber auch nur schlecht vorstellen, dass die von den Herstellern gemachten Dosierungsvorschläge so weit über das Ziel hinausschießen sollten.

    Für meine Pflanzen verwende ich auch keinen Turbo-Booster, sondern lediglich verschiedene handelsübliche Dünger (meist zwei im Wechsel), die ich bei meinen Pflanzen, aus vorgenannten Gründen, in deutlich geringerer Konzentration anwende als vom Hersteller empfohlen.
    Gewässert werden meine Pflanzen mittels eines handelsüblichen 5 Liter Drucksprühers, dessen tatsächliches Fassungsvermögen annähernd 6 Liter beträgt. Bei der Konzentration des Düngers verwende ich, auf eine Füllung je nach Lust und Laune 3/5 oder 4/5 der angegebenen Menge für 5 Liter Gießwasser, was dann bei einem vollgefüllten Tank einem Verhältnis von etwa 2/3 der empfohlenen Dosierung sehr nahe kommen dürfte.

    Ich bin auch immer gerne einmal zu Experimenten bereit, indem ich gelegentlich neue Dünger teste. Dabei beobachte ich meine Pflanzen sehr genau und konnte so des Öfteren schon sehr schnell negative Reaktionen mancher Pflanzen nach der Anwendung des einen oder anderen Düngers erkennen. Dies bedeutete dann für mich sofort, dass dieser Dünger bei meinen Pflanzen künftig nicht mehr zur Anwendung kommen wird.

    Danke für diese Steilvorlage!

    Auch hierzu kann ich mit einem passenden Beispielbild dienen:
    Vor zwei Monaten habe ich von einem Freund eine Pflanze mit zwei Stammkindeln erhalten. Die Pflanze wurde in der Vergangenheit aufgebunden in einer Vitrine unter Kunstlicht kultiviert. Ich habe die Pflanze nach Erhalt von der Korkunterlage abgenommen, in Rindensubstrat getopft und an ein Ostfenster gehängt. Zwischenzeitlich sind an allen drei Pflanzen neue Blätter zu erkennen, die allesamt glänzen und strahlen. Wohl auch aus Freude darüber, der modernen Käfighaltung entronnen zu sein und nun in einem Nichtraucherhaushalt mit viel natürlichem Sonnenlicht und frischer Luft weiterleben zu dürfen?
    Die alten Blätter der Pflanzen sind alle matt und leicht braungrün, was wohl u. a. auch von dem Kunstlicht aus dem früheren Kulturraum herrühren dürfte. Des Weiteren entwickelt sich zumindest das älteste der neuen Blätter schon kräftiger und auch deutlich breiter als die früheren Blätter an dieser Pflanze. Zwischen den beiden Bildern liegen 7 Wochen.

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    Um das Wichtigste aus dem Geschriebenen nochmals kurz zusammen zu fassen:
    Eine gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für die kultivierten Pflanzen, um so auch kleinste Veränderungen an den Pflanzen rasch erkennen zu können, verbunden mit einer guten Portion Geduld sollten mit großer Sicherheit zum Erfolg führen. Bei genauem Beobachten der Pflanzen über einen längeren Zeitraum kann man im Laufe der Zeit leicht feststellen, dass allein schon anhand kleinster Veränderungen an der Pflanze Schlüsse auf den Zustand der Pflanze gezogen werden können.
    Es ist überhaupt keine Kunst eine knospige Pflanze aus einer Gärtnerei zu Hause zur Blüte zu bringen. Die Kunst besteht jedoch darin, die Pflanze auch in den darauffolgen Jahren regelmäßig zur Blüte zu bringen. Wenn dabei die Blütenzahl und die Substanz der Pflanze auch noch zunehmen, dann ist man auf dem richtigen Weg.

    Zwei aktuelle Beispiele müssen jetzt noch sein, auch auf die Gefahr hin, dass mancher es nicht mehr sehen mag. Beide Pflanzen sind zwar keine Naturformen, wie es in der Überschrift dieses Threads steht, doch anhand beider Pflanzen kann das in diesem Thread schon mehrfach Beschriebene ebenfalls nochmals gut belegt werden.

    Phal. Princess Kaiulani
    Die Pflanze steht nunmehr seit zweieinhalb Jahren unverändert in der 3. Reihe an einem Nord-Ost Fenster. Die Blattspanne beträgt zwischenzeitlich 50 cm und die Pflanze bildet neben einer aus den Vorjahren übrig gebliebenen Rispe aktuell 3 Neue.

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    So hat sie im vergangenen Sommer geblüht:
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    Phal. Red Jaguar
    Die Pflanze (im 16er Topf) hängt seit nunmehr seit zweieinhalb Jahren an einem Ostfenster und scheint sich mittlerweile völlig bei mir etabliert zu haben. Die beiden letzten Blätter haben sich innerhalb von 9 Monaten gebildet und die Blattspanne beträgt zwischenzeitlich rund 70 cm.

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  7. Araia

    Araia Guest

    Helmut, das sollte keine Kritik an deiner Methode sein, denn die Ergebnisse sprechen ja für sich.

    Ich wollte lediglich meinem Erstaunen über die Toleranz von Phals gegenüber der Düngerkonzentration Ausdruck geben.

    Die Berechnung war relativ simpel:
    - Du hast selbst gesagt, dass du Algoflash in einer Konzentration von 2/3 der Herstellerangaben einsetzt (ob nun 3/5 oder 4/5 ist egal)
    - Dirk Otto hat nachgemessen, das beim Einsatz der Herstellerangabe ein Leitwert von rund 2400 µS resultiert:

    Algoflash Orchideendünger:
    LFW: 555µS/cm (ergäbe bei Dosis-Empfehlung ~2430µS/cm)
    pH: 4,3
    Dosierungsempfehlung des Herstellers: 3,75-5ml/l

    - Daraus ergibt sich bei 2/3 ein Mindestleitwert von 1600 µS

    Ich setzen übrigens auch Algoflash ein, benötige aber weniger als 1/10 der Herstellerangabe um auf 100 bis 200 µS zu kommen.

    LG
    Araia
     
  8. katzenhai2

    katzenhai2 Guest

    Das hat, meinen Recherchen nach, in etwa einen Leitwert zwischen 60 - 120 µS. Das ist ungefähr wie Regenwasser. Da kann man dann gut Dünger reinkloppen.

    Ich vermute, da hattest Du noch mit Leitungswasser gegossen? Das hat, je nachdem wo man wohnt, einen Wert zwischen 400 und 800 µS, also im Durchschnitt den fünffachen Salzgehalt von Deinem Quellwasser. Um solche Veränderungen nachvollziehen zu können, halte ich Messungen für hilfreich. Bei wem anders mit anderem Wasser wird Deine Kultur sicher nicht funktionieren.

    Bestätigt meine spätere Vermutung, daß es am Dünger liegt. Meine stehen auch an einem Ostfenster, da glänzt gar nichts.
    Ich bin gewillt, mir die beiden genannten Dünger zu besorgen, nachzumessen und auszuprobieren.

    Die braun-grüne Verfärbung sieht eher aus wie zuviel Licht (kann bei Kunstlicht schnell passieren). Das verändert sich bei richtiger Kultur wieder, wie in Deinem Fall geschehen (sieht schon viel grünlicher aus).

    Das zeigt mal wieder, daß die im Internet kursierenden Angaben höchstwahrscheinlich verkehrt sind (wie so vieles, was mir bisher begegnet ist). Ob man nun 1600 draufgeben muß, bleibt fraglich. Bei Phals auf jedenfall mehr als empfohlen, wie man bei Helmut sehen kann.
     
  9. ira

    ira Guest

    Ich hab die Dünger leider beide nicht bekommen.

    Helmut, Deine Erfolge hauen mich echt um. Ich verkriech mich in ein Mauseloch und teste weiter mit Dünger...

    ach klar, stimmt ja. Hätte ich eigentlich wissen müssen.
     
  10. Araia

    Araia Guest

    Bei Amazon bekommst du sie und ich glaube sie mal in einem Baumarkt gesehen zu haben (Toom).

    LG
    Araia
     
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