Ergebnisse stetiger Kultur von Phalaenopsis Naturformen

Dieses Thema im Forum "Kulturberichte" wurde erstellt von Helmut, 18. September 2009.

  1. fluegelnelke

    fluegelnelke Guest

    Hallo Helmut,

    Deine Pflanzen sehen sehr gesund aus. Das Blattgrün glänzt ja wunderbar:yes:

    Das mit dem Dünger werde ich auch mal versuchen.

    600 Pflanzen sind ne Menge Zeug. Da bist Du ganz gut beschäftigt:D

    LG Elke
     
  2. Neomaus

    Neomaus Guest

    Darf ich fragen welchen Dünger du nimmst?
     
  3. Helmut

    Helmut Guest

    Meine Intension mit dem diesem Thread war und ist es auch weiterhin, aufzuzeigen welche Erfolge man mit konstanter Kultur der Pflanzen erreichen kann. Mir persönlich geht es bei der Kultur meiner Pflanzen eher darum, die Pflanzen gut bei meinen Kulturbedingungen zu etablieren und pflegen. Eine gesunde und kräftige Pflanze ist mir persönlich mehr wert, als ein rascher Blüherfolg. Bei einer stetigen und geduldigen Kultur und anhalten gleichen Bedingungen stellen sich bei mir Blüherfolge, zwar mit einer zeitlichen Verzögerung von vielleicht ein oder zwei Jahren ein, dafür aber mit einer deutlich umfangreicheren Blütenpracht als Belohnung.

    Ich kultiviere alle meine Pflanzen ausschließlich auf der Fensterbank in Fensterbankschalen oder in Ampeltöpfen hängend an den Fenstern, ohne jegliche Zusatzbeleuchtung oder weitere Hilfsmittel zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Diese Kultur hat aber auch zur Folge, dass die Pflanzen über den Winter mit den kürzeren Tagen kaum wachsen oder bei den Winterblühern Probleme mit der Blütenbildung haben, so dass beispielsweise nicht alle angesetzten Knospen zur Blüte kommen. Während der Sommermonate hängen viele der Pflanzen auf der Terrasse unter einer Lichtkuppel.

    Unter konstanten Kulturbedingungen verstehe ich u. a. eine Pflanze so lange wie möglich an ein und demselben Ort und unter anhaltend gleichen Bedingungen zu kultivieren. Allein schon die Umstellung aus einem Gewächshaus auf die Fensterbank bedeutet für eine Pflanze schon eine erhebliche Umstellung. Es macht in meinen Augen wenig Sinn eine relativ neu erworbene Pflanze innerhalb von Wochen mehrfach an unterschiedliche Standorte zu umzustellen, nur weil die Pflanze keine Wachstumszeichen zeigt. Ich meine mit meinen Bildern u. a. belegen zu können, dass im Laufe der Zeit und mit Geduld sich viele Pflanzen doch an die angebotenen Kulturbedingungen gewöhnen bzw. einstellen.

    Dieser Umstellungsprozess (Umstellungsstress) wird noch deutlich verstärkt bei Importpflanzen, die häufig aus einer völlig anderen Klimaregion (z. B. Südost-Asien) zu uns kommen. In solchen Fällen kann die Etablierung bis zur Blüte der Pflanze auf der Fensterbank schon einmal bis zu zwei Jahren dauern. Ein schneller Blüherfolg ist bei Importen von Naturformen eher selten der Fall.

    Von den vier Pflanzen, welche ich in diesem Beitrag schon mehrfach gezeigt habe, möchte ein aktuelles Bild zeigen, da seit dem letzten gezeigten Bild vom Januar dieses Jahres deutliche Fortschritte zu sehen sind.

    Januar 2010

    [​IMG]

    Die Pflanze hat bei mir zwei neue Blätter gemacht und besitze aktuell eine Blattspanne von knapp 40 cm. Das nächste neue Blatt ist gerade im Ansatz erkennbar.

    April 2010

    [​IMG]

    An der Phal. modesta (vorne links) haben sich mittlerweile an fünf Rispen Knospen gebildet und bei der Phal. bellina f. coerulea (vorne rechts) ist ein neues Blatt zu erkennen.

    Die teilweise sonnigen Tage der letzten Wochen habe ich dazu genutzt, einem Teil meiner in Hängekörben oder Ampeln kultivierten Pflanzen, am Spätnachmittag noch für einige Stunden oder an den Wochenende tagsüber auf die Terrasse zu hängen. Man kann bei diesen Pflanzen förmlich das Ergebnis jeder Sonnenstunde erkennen.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Ich möchte noch einige weitere Beispiele von Erfolgen bei den o. g. konstanten Kulturbedingungen zeigen:

    Phal. javanica, welche ich im März 2009 als blühfähige Pflanze mit der für gerade blühfähige Jungpflanzen dieser Art üblichen Blattspanne von ca. 23 cm erworben habe. Die Pflanze hat dann im Mai und Juli 2009 mit jeweils einer Blüte für jeweils ca. 4 Wochen geblüht.

    Habitusbild vom Mai 2009

    [​IMG]

    [​IMG] [​IMG]

    Dezember 2009

    [​IMG]

    Die Pflanze hat bei mir zwei neue Blätter gemacht und besitzt aktuell eine Blattspanne von knapp 40 cm. Das nächste neue Blatt ist gerade im Ansatz erkennbar.

    April 2010

    [​IMG]

    [​IMG]

    An zwei Rispen sind zwischenzeitlich fünf Knospen zu erkennen. Mit jeder Stunde in der Sonne scheint sie Färbung der größeren Knospen kräftiger zu werden

    [​IMG]


    Im Mai 2009 erhielt ich aus den USA eine Phal. Guadalupe Pineda mit einer Blattspanne von >50 cm. Die auf dem Bild zu sehenden Knospen sind aufgrund der Umstellung gelb geworden und sind eingetrocknet.

    [​IMG]


    Die kräftige Pflanze hat sich in kurzer Zeit etabliert und hat bereits von Mitte Juli bis Oktober so geblüht:

    [​IMG]

    Die Pflanze hat zwischenzeitlich bei mir zwei neue Blätter gebildet und besitzt heute eine Blattspanne >70 cm und bildet derzeit an vier Rispen zahlreiche Knospen.

    [​IMG]
     
  4. Biscaya

    Biscaya Guest

    Hallo Helmut,

    wieviel Prozent Absorbtion des Lichts hat deine Schattierfolie? Ich schattiere mit Seidenpapier.
     
  5. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Danke für die Fortführung Deines Beitrages. Es ist schon enorm, wie sich die Pflanzen, nachdem sie sich etabliert haben, weiterwachsen. Übersprühst Du Deine Pflanzen/das Substrat (ich vermute, die auf der Fensterbank stehen bei Dir sicher auch über der Heizung) im Winter zusätzlich oder hast Du für diese ein kürzeres Tauchintervall?
     
  6. biki

    biki Guest

    ...und ich frage mich, warum die Blätter so dermaßen glänzen....meine sind auch saftig sattgrün, aber glänzen bei weitem nicht so....
    wie machst du das?
    lg biki:winke:
     
  7. schnattchen

    schnattchen Guest

    Klasse Helmut.

    Du hängst die Phals ab und an auf den Balkon?
    Vertragen die das? dachte immer Phals wären da empfindlicher?
     
  8. Araia

    Araia Guest

    Das sollte in die FAQ rein ! :yes:

    Damit werden viele Anfängerfragen nach dem Muster "Warum wächst/blüht meine neue Orchidee nicht?" beantwortet.

    LG
    Araia
     
  9. Jensli

    Jensli Guest

    Hallo Helmut,

    auch ich muss zugeben, deine Fotos mit einer Mischung aus Neid und Bewunderung betrachtet zu haben. Auch deine persönliche Kultivierungsphilosophie spricht mich an, nicht zuletzt, weil sie sich mit dem Artikel eines berühmten New Yorker Orchideen-Züchters (dessen Name ich mir nicht gemerkt habe) deckt, der sagte: Orchideen zählten zu den widerstandsfähigen und anpassungsfähigsten Pflanzen überhaupt. Jedes kleinkarierte Gezanke um die richtige Düngung hier und das entscheidende Prozentchen Luftfeuchtigkeit dort, sei alles Blödsinn. Er halte alle seine Orchideen auf der Fensterbank, auch die aufgebundenen und empfindlichsten, und nach seiner Erfahrung etabliere sich jede Pflanze früher oder später. Weil aber der Mensch zur Ungeduld neigt, gesteht er der Pflanze zu wenig Zeit zu, sich einzuleben und beginnt dann, die Schuld bei sich zu suchen. Genug Licht, die richtige Menge Wasser und jede Menge Geduld, dass seien die Grundzutaten seines Erfolgsrezepts. Was Helmut berichtet, entspricht ziemlich exakt den Kulturbedingungen jenes New Yorkers. Bei 600 Pflanzen bleibt einem ja auch nichts anderes übrig... :lol:
    Eine kritische Anmerkung zu Helmuts Lichtkuppel-Methode sei mir aber doch gestattet: all die (Blüten-)Pracht lässt sich ja nur von der obersten Sprosse einer Leiter betrachten! :rolleyes:
     
  10. Helmut

    Helmut Guest

    Ich habe mich vor dem Erwerb der Sonnenschutzfolie ausführlich beraten lassen. Ich habe dem Lieferant meine Verhältnisse und den Hauptzweck wofür ich die Folie benötige geschildert. Nach eingehender Beratung habe ich mich dann für eine Folie entschieden, die ca. 55% des Lichts und ca. 95% der schädlichen UV-Strahlung abhalten soll. Mit dem Ergebnis nach nunmehr über zwei Jahren bin ich sehr zufrieden. Ich musste seither nie mehr zusätzlich schattieren. Selbst Pflanzen mit hellem grüngelbem Laub und auch Jungpflanzen haben direkt hinter der Fensterscheibe keinen Schaden erlitten.
    Ich bezahle gerne für eine Ware mit entsprechender kompetenter Beratung einen etwas höheren Preis und bin anschließend mit dem Produkt zufrieden. Wer sagt mir bei ALDI, Lidl oder im Baumarkt, dass die Wahl der richtigen Folie auch von Alter der Fenster (Baujahr) abhängt? Was habe ich davon wenn bei starker Sonneneinstrahlung möglicherweise die Fensterscheibe gesprengt wird? Oder was habe ich davon, wenn nach Anbringen einer falsch gewählten Folie dahinter nichts mehr wächst, weil zu wenig Licht durchkommt? Alle diese Fragen sollten bei einem Kauf bedacht werden.

    Nachfolgend einmal zwei Detailaufnahmen vom Fensterrand. Die Folien sind ganzflächig aufgebracht, lediglich am Rand sind zum Fensterrahmen 3-4 mm frei. Diesen Spalt habe ich mit den beiden Bildern versucht aufzuzeigen.
    Links die Folie, dann der nicht bedeckte Spalt und rechts daneben der Fensterrahmen. Da es heute Morgen bedeckt war, wurde durch die Folie so viel Licht absorbiert, dass an der Kamera der Blitz ausgelöst wurde (linkes Bild). Bei dem rechten Bild habe ich den Blitz unterdrückt.
    Kleine Hilfe zum richtigen Erkennen des Gezeigten: Das gegenüberliegende Gebäude trägt einen cremefarbigen Aussenputz. Die Realität wird leider mit keinem der beiden Bilder exakt getroffen. Die Wirklichkeit liegt etwa zwischen den beiden Aufnahmen.

    [​IMG] [​IMG]

    Ich tauche grundsätzlich nicht. Das wäre ein Ding der Unmöglichkeit und wäre zeitlich nicht zu bewerkstelligen. Bei mir werden regelmäßig einmal in der Woche alle Pflanzen durch Besprühen des Substrates mittels eines Drucksprühers gegossen. Eine Sonderbehandlung erfahren lediglich einige Problempflanzen.

    Ich mache überhaupt nichts Besonderes, außer dass ich die Blätter der Pflanzen gelegentlich mittels eines feuchten Lappens vom darauf liegenden Staub befreie.

    Mein Balkon ist erfreulicherweise seit einigen Jahren durch Fenster abgeschlossen, so dass es beinahe einem Wintergarten gleichkommt. Durch die Fenster liegen die dort herrschenden Temperaturen immer deutlich über den realen Außentemperaturen, so dass ich von Ende April bis Anfang November einen Teil meiner Pflanzen dort halten kann.
    Über den Winter wird es natürlich recht eng an den Fenstern in der Wohnung.

    Hier ein Bild vom Winterquartier im Hausflur, wo im Winter die Temperaturen auch schon einmal unter 15°C absinken können. Den dort überwinternden Pflanzen hat es bisher nicht geschadet.
    [​IMG]

    Und so sieht es den Winter über an den Fenstern um meinen Arbeitsbereich aus:

    [​IMG]

    [​IMG]


    Danke!

    Meine Kulturerfolge erziele ich allesamt ohne jegliche technisch hochgerüstete Hilfsmittel, wenn man einmal von den Sonnenschutzfolien an den Fenstern absieht. Ich besitze weder ein Leitwertmessgerät, Zusatzbeleuchtung, Vitrine noch eine Osmoseanlage…..
    Bei der Auswahl der Pflanzen für meine Sammlung beschränke mich auf solche, denen ich auch die notwendigen (Mindest-) Kulturbedingungen bieten kann. Den Drang alles besitzen zu müssen, habe ich schon lange abgelegt. In dieser Beziehung habe ich eher den „Mut zur Lücke“.
    Mit Deiner kritischen Schlussbemerkung hast Du sicherlich recht, aber der akute Platzmangel in der Ebene zwingt mich notgedrungen in die dritte Dimension.
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden