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Erfahrungsbericht Kälteschaden / Spinnmilbenschaden

Dieses Thema im Forum "Kulturberichte" wurde erstellt von *Andrea*, 5. Januar 2013.

  1. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Du hast schon recht Gregor, inzwischen sieht es eher wie ein Spinnmilbenschaden aus. Damals hatte ich allerdings noch keine gehabt, allerdings weiß ich heute leider schon wie ein Spinnmilbenschaden aussieht. Die Orchis stehen auch im Büro Blatt an Blatt bzw. Wurzel an Wurzel. Keine andere hat ähnliche Schäden.

    An der Kultur ist natülich einiges zu bemängeln, diese Phal wurde definitiv vor 3 Jahren zuletzt umgetopft, die anderen vor 2 Jahren. Vielleicht wäre der Schaden schon früher behebbar gewesen, wenn ich regelmäßig geopft hätte. Inwieweit das harte Leitungswasser noch dazu beiträgt, dass sich die Phal so langsam erholt hat, kann ich nicht sagen. Im Gegensatz zu den Phals zu Hause, sind diese doch schon vernachlässigt, aber im Büro bleibt wenig Zeit für die Pflege.
     
  2. Saphir

    Saphir Guest

    Stimmt was Gregor sagt, Andrea, das, was man da auf dem Bild sieht, ist definitiv kein Kälteschaden. :yes: Bei Kälteschäden wird das Gewebe erst dunkelgrün und weich, nachher dann braun und stirbt ab. Das Fiese ist, dass es auch Gewebe, das eigentlich noch in Ordnung aussieht im Nachhinein noch dahinraffen kann, je nachdem wie stark die Kälteeinwirkung war. :sad:

    Ich hatte meine Bilder damals im Es gibt immer Hoffnung-Thread eingestellt, aber stimmt, hier passen sie eigentlich besser. Es ist, denke ich, sehr lehrreich für zukünftige Fälle und die Frage, wie man damit umgeht.

    Im Februar 2011 hatte ich drei Pflanzen bestellt, die trotz Minusgraden (ich meine, wir hatten damals so -10 Grad?) verschickt wurden (ohne Rücksprache mit mir!). Jede Pflanze war in Zeitungspapier und zusätzlich noch einmal in Noppenfolie eingewickelt. Darum war eine dicke Lage weiteren zerknüllten Zeitungspapiers. Geholfen hat es gar nichts. :wink2:

    Hier die Bilder der Pflanzen bei ihrer Ankunft:

    Pflanze #1:

    [​IMG]


    Man sieht sehr schön die schon komplett zerstörten braunen Bereiche, die sehr weich waren, sowie drumherum einen dunkelgrünen Rand, wo das Gewebe weniger gestört war. Auch die Blütentriebe haben Schäden abbekommen. In dem braunen Gewebe waren auch immer weiße Pünktchen zu sehen. Es sah ein bisschen aus wie Luftblasen. :???

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    Pflanze #2:

    Hier war ein Blatt komplett weich geworden, während das zweite eigentlich noch ganz gut aussah. Auch die Blütentriebe waren kaum betroffen.

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    Pflanze #3:

    Hier waren praktisch alle Blätter hinüber, der Stamm und Teile der Blätter waren aber noch grün.

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    Dazu sollte ich vielleicht noch sagen, dass ich den Karton wie empfohlen ein paar Stunden lang geschlossen in der Wohnung habe stehen lassen, um den Pflanzen einen weiteren Temperaturschock zu ersparen. Danach habe ich sie noch ein wenig in der Noppenfolie liegen lassen und schließlich dann ausgepackt. Die Blätter haben sich beim Auspacken immer noch kalt angefühlt. :sad:
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Januar 2013
  3. Helmut

    Helmut Guest

    Hallo Andrea,

    das erste Bild zeigt, wie auch Gregor in seinem letzten Post schon geschrieben hat, einen starken Spinnmilbenbefall an der Pflanze und keinen Frostschaden. Wenn Du diesen Schaden nicht behandelt hast, wird er auch auf den folgenden Blättern wohl wiederkehren. Ohne gezielte Behandlung wird man diese Biester einfach nicht mehr los.

    Bei einem Frostschaden werden die Blätter glasig und richtig weich oder matschig. Sie bleiben auf keinen Fall fest, so wie es für mich auf dem ersten Bild aussieht. Die matschigen Stellen werden dann meistens braun und breiten sich über das gesamte Blatt aus. Man hat den Eindruck das Blatt fault weg. Wenn man es nicht rechtzeitig abschneidet kann die Fäulnis dann auch auf den Stamm übergreifen und die ganze Pflanze ist dann sehr schnell tot.

    Dass eine Pflanze an neu gewachsenen Blättern noch die Folgen eines Kälteschadens aufweisen soll, ist für mich unerklärlich. Wenn es die Pflanze überstanden hat und weiterwächst, dann sollten die nächsten Blätter wieder ohne ein Schadensbild wachsen, ähnlich wie bei einem mechanischen Schaden.

    edit: Ramona hat zwischenzeitlich einige Bilder eingestellt, die das von mir Beschreibene zu einem Frostschaden sehr schön aufzeigen.
     
  4. Saphir

    Saphir Guest

    So, dann hier noch etwas zur weiteren Entwicklung der Pflanzen. Ich habe natürlich sofort den Händler kontaktiert. (Der das Problem irgendwie nicht sehen konnte und mir erklärte, die würden schon wieder werden. :??? Aber das ist ein anderes Thema.) Ansonsten habe ich sie warm und hell auf die Fensterbank gestellt und abgewartet. Ich dachte mir, dass die Schädigung wohl noch etwas weiter fortschreiten würde, aber dass es so krass werden würde, hätte ich nicht gedacht. Überrascht war ich auch davon, wie langsam das Dahinsiechen der Pflanzen vonstatten ging. Lediglich Pflanze #3 war recht schnell hinüber. Hier wurde bald auch der Stamm weich und starb ab, und damit war es das. Bei dem Aussehen war das aber von vornherein klar gewesen.

    Die anderen sind dagegen interessanter:

    Pflanze #1:

    Diese Pflanze hat mich insofern positiv überrascht, als das hier sogar das Herz erhalten geblieben ist. Hier noch mal zum Vergleich die zwei Bilder direkt übereinander, einmal vom Februar und einmal vom Mai:

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    Sie hat fast alle alten Blätter geworfen, bis auf das, was am wenigsten schlimm getroffen war. Außerdem hat sie alle Blütentriebe geworfen, mit Ausnahme von einem. Die Wurzeln waren zunächst noch in Ordnung, gingen aber auch ganz langsam den Bach hinunter. Das Werfen der Blätter dauerte bis in den April hinein, wobei sich die Schädigung immer weiter ausbreitete und das braune Gewebe ganz langsam trocken wurde.
    Im Mai sieht man dann schon ein neues Herzblatt kommen, und rechts nebendran wächst aus dem Stamm ein Kindel. Neue Wurzeln waren auch schon da, wuchsen aber nur sehr zaghaft.

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    Damit war ich natürlich erst mal sehr glücklich und freute mich über meinen Erfolg sie zu retten. Offensichtlich wollte sie leben! Ich muss aber zugeben, dass ich in dem Augenblick total unterschätzt habe, wie lange es dauern würde, dass die Pflanze wieder aufbaut.

    Etwas später habe ich sie dann mit meinen restlichen Pflanzen in Steinwolle getopft - Wurzeln waren ja eh keine mehr da, die dabei kaputt gehen konnten. :rolleys_1: Dort bewurzelte sie neu. Das Herzblatt und das Stammkindel wuchsen, und es kam noch ein weiteres Kindel.

    Hier ein Bild vom August 2011:

    [​IMG]

    Oben links ist der alte Stamm, unten rechts das Stammkindel. Darunter sieht man den Blattzipfel vom dritten Kindel.

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    Einen Eindruck davon, wie lange das dauern kann, geben die nachfolgenden Bilder, die vom Juni 2012 und vom Dezember 2012 stammen:


    Juni 2012:

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    Dezember 2012:

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    Es geht voran, sicher, aber nur sehr, sehr langsam. Bis diese Pflanzen wieder die Größe erlangt haben, die sie beim Kauf hatten, wird es noch sehr lange dauern, und an Blühen mag ich erst gar nicht zu denken.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Januar 2013
  5. Saphir

    Saphir Guest

    Pflanze #2:

    Hier auch noch einmal der direkte Vergleich.

    Februar 2011:

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    Mai 2011:

    [​IMG]



    Hier ist alles oberirdische der Pflanze weggestorben, und nur zwei Blütentriebe sind geblieben. Die Wurzeln sahen bei der Ankunft eigentlich ganz gut aus:

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    Aber auch sie starben sehr schnell ab. Hoffnungsvoll habe ich die Pflanze dennoch behalten, und siehe da, sie hat tatsächlich zwei Kindel getrieben. Hier ein Bild vom August 2011:

    [​IMG]


    Im Herbst wurden die Blütentriebe dann gelb, obwohl die Kindel gerade mal Wurzelansätze hatten. Ich setzte beide in einen Topf und hoffte das Beste. Im Mini-GWH ging es dann sehr langsam weiter voran. Hier ein Bild vom Juni 2012:

    [​IMG]


    Und Dezember 2012:


    [​IMG]



    Auch diese ist also meilenweit vom ursprünglichen Zustand entfernt. Ich muss sagen, wenn das keine besondere Kreuzung wäre, hätte ich sie schon längst geschmissen. Für einen ersetzbare Pflanze lohnt sich dieser Aufwand definitiv nicht. Es kann funktionieren, die Pflanze zu retten, und man sieht auch recht schnell, d.h. in den ersten Monaten, sichtbare Erfolge. Die Pflanzen langfristig wieder aufzubauen, erfordert aber einiges an Geduld (zumindest als herkömmlicher Fensterbänkler).
     
  6. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Mea culpa! Ich glaube Euch ja. Danke Ramona für die bebilderte und Helmut für die schriftliche Ausführung hierzu.

    Aber so heftig hat in den letzten 2 Jahren kein Spinnmilbenbefall bei mir ausgesehen und damals hatte ich so was meiner Meinung nach nicht (kann natürlich damals auch Unwissenheit gewesen sein). Was mich wundert ist, dass die Pflanze nicht eingegangen ist. Ich hätte bei den Naturformen durchaus schon einen "Todesfall" gehabt und optisch sahen die Blätter doch ein wenig anders aus. Möglicherweise weil es sich nicht um die gleiche Art Spinnmilbe handelt? Vor allem gehen die Biester doch gerne an junge Herzblätter, was ich letzten Herbst leidvoll erfahren musste und es war nicht nur eine Orchi betroffen. Im Büro ist auch definitiv die geringere Luftfeuchte als zu Hause, was die Spinnmilben ja bevorzugen.

    Allerdings könnte man auch behaupten, dass Multihybriden resistenter gegen Schädlingsbefall reagieren (bzw. gezüchtet werden) und deshalb keine weitere angegriffen wurde. Unsere Naturformen und Primärhybriden, insbesondere auch Importe, reagieren da wohl viel sensibler.

    Ich werde dann mal im Büro die Keule schwingen, bevor ich was verschenke.

    @Ramona: Ganz toller Erfolg mit dem Pflänzchen 1 und auch 2, da hat sich Deine Geduld wirklich gelohnt. :yes:

    Noch eine Frage zu den Wurzeln, waren die Pflanzen in Substrat oder Sphagnum getopft oder bare roots?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Januar 2013
  7. Saphir

    Saphir Guest

    Ja, danke, Andrea, immerhin, sie leben noch. Es wird aber noch sehr lange dauernd, bis da mal wieder ordentliche Pflanzen draus werden. Die Töpfe, in denen ich sie jetzt habe, sind 8cm-Töpfe!

    Die Pflanzen kamen in Rindensubstrat. Die schwarzen Töpfe, die man auf den ersten Bildern sieht, sind die Originaltöpfe, so wie sie kamen. Deswegen waren die Wurzeln anfänglich wohl auch noch in Ordnung. Das Substrat war glücklicherweise sehr trocken, sonst wären mir die Pflanzen vielleicht auch noch von unten weggefault.
     
  8. *gregor*

    *gregor* Guest

    Andrea, Ich habe ja oben auch schon geschrieben, dass mein erster Gedanke Spinnmilbenbefall war.

    Ich kann Deine Erfahrung allerdings nicht teilen. Ich habe bei meinen Pflanzen schon sehr häufig beobachtet, dass diese Biester die alten Blätter zuerst schädigen und die Herzblätter erst Schaden zeigen, wenn sie schon mehr, als die Hälfte raus gewachsen sind.

    Das mit der trockenen Luft gilt auch nur für die Rote Spinne, diese "Falsche Spinnmilbe" stört es überhaupt nicht, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und wenn die einmal da sind, gehen sie so schnell nicht komplett weg.

    Gestern war ich bei einer guten Freundin, die schon sehr viele Jahre lang Multihybriden auf der Fensterbank stehen hat. Wenn im Frühjahr die Zeit kommt, dass man sich schnell Spinnmilben einfangen kann, bekommt sie auch welche und es wird auch nichts weiter unternommen, obwohl ich sie schon versucht habe, dafür sensibel zu machen. Sie sagt: Guck mal: Das neue Blatt sieht aber doch gut aus, es kommt normal. Dass die anderen Blätter aber schon rotbraun schimmern, ist ihr egal.
    Nun habe ich ihr eine Flasche Axoris mitgebracht und die Pflanzen in ihrem Bad gespritzt.

    Ich konnte mir aber nicht nehmen, mit meinem Handy ein paar Bilder zu machen, sie sind im Fensterlosen Flur nicht so gut geworden, aber ich zeige sie mal:

    IMG_0458.jpg

    IMG_0459.jpg

    IMG_0460.jpg

    Hat doch erstaunliche Ähnlichkeit, oder?

    By the way: Liebe Mitmoderatorin Andrea, wäre eine Titeländerung in "Erfahrungsbericht Kälteschaden und Spinnmilbenbefall" nicht zu überdenken? :rolleys_1:
     
  9. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    @Ramona: Das war so ein Gedanke von mir, ob sie vielleicht auch noch feucht im Substrat waren, dann wären die Wurzeln sicherlich auch gleich hinüber gewesen und die Chancen noch geringer.

    @Gregor: Alter Schwede, die Bilder sprechen auch Bände. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ich im Büro und zu Hause bisher immer nur eine Art Spinnmilben hatte, welche wo, kann ich nicht sagen, ich reagiere einfach immer mit der chemischen Keule, wenn ich meine, dass da was anfängt. Ich gebe zu, dass ich noch nie den "Wischtest" gemacht habe. Aber wenn Du schreibst, dass das Klima der falschen Spinnmilbe egal ist, dann ist es im Büro wohl diese und zuhause eher die rote, denn das Schadbild war nie so ausgeprägt und eher etwas anders. Vielleicht bin ich inzwischen auch selbst sensibler auf Veränderungen.

    Lieber Greogor, selbstverständlich kann man den Threadtitel ändern. Würdest Du das ausnahmesweise für mich tun, ich muss gerade den Turbo einlegen, bin in Zeitverzug, weil ich bei den Nachbarn Käffchen trinken war... Vielen Dank im Voraus!:happy:
     
  10. *gregor*

    *gregor* Guest

    Klar, das macht der Gregor sehr gerne.