1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Liebe Orchideenfreunde

    Eine Registrierung in unserem Forum ist nicht möglich.

    Fragen, die Anfänger beschäftigen, wurden alle schon x-mal kompetent und mit großer Geduld beantwortet, ebenso Fragen zu Blattflecken, Schädlingen, und deren Bekämpfung. Bitte einfach in den betreffenden Bereichen stöbern und lesen. Wir sind sicher, ihr findet die passende Antwort.

Erfahrungsbericht Kälteschaden / Spinnmilbenschaden

Dieses Thema im Forum "Kulturberichte" wurde erstellt von *Andrea*, 5. Januar 2013.

  1. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Vor gut 3 Jahren schenkte man mir im Lidl (meine Freundin arbeitet dort) eine Multiphal, die am Abblühen war. Sie hatten sie schon in die Mülltonne geschmissen, wir hatten damals über -10 Grad und sie hatte die Nacht schon draußen in der Mülltonne verbracht. Ich habe damals keine Bilder gemacht, habe sie umgetopft und gehofft, dass sie es vielleicht doch noch schafft.

    Nachdem sich nicht viel tat, sie verlor Wurzeln, den Blütentrieb musste ich gleich abschneiden, die Blätter sahen alle sehr geschädigt aus, so wie das eine unterste Blatt, was sie derzeit noch hat. Wie Matthias (Kater Karlo) heute schon an anderer Stelle schrieb "die Pflanze erinnert sich". Ich wollte sie eigentlich aus Platzgründen kompostieren, aber in diesem besagten Frühjahr zog unser Büro um und ich habe sie ins Büro mitgenommen. Sie produzierte Wurzeln und immer wieder diese geschädigten Blätter. Mehr als 3 Blätter auf einmal hatte sie nie. Ende November 2012 habe ich erstmalig einen Blütentrieb gesehen und dieser hat sich nun bis zum Blühen aufgerafft. Die letzten beiden Blätter sind auch jetzt nahezu schadensfrei.

    Alle Multis stehen bei mir im Büro, bekommen Leitungswasser (was ich mit den Phals zuhause selbstverständlich nicht mache, da überwiegen Naturformen und deren Abkömmlinge), Düngen tu ich deswegen nie, ich sprühe das Substrat kräftig vor dem Wochenende, ab und an tauche ich sie, wie z. B. vor einem Urlaub, dann müssen meine Kollegen nur ab und an das Substrat besprühen. Sie stehen seitlich eines Westfensters, das durch nichts beschattet wird und erhalten keine Sonderbehandlung.

    Und bevor ein Aufschrei durchs Forum geht, alle Phals im Büro werden dieses Frühjahr frisch getopft. Da wieder ein Büroumzug bevorsteht und ichnicht weiß wohin, eventuell habe ich dann kein gescheites Fenster mehr oder Platz für alle, dann werden sie zu netten Geschenken für liebe Mitarbeiter oder Freunde.

    Wenn man also genügend Platz hat, kann man durchaus so ein Experiment wagen, es kann natürlich auch schiefgehen. Vielleicht ist es auch gut, wenn man diesen Pflanzen weniger Beachtung schenkt, liebevolle Vernachlässigung ist manchmal besser als ständiges Betüddeln. Es zeigt auch, dass die Multiphals aus Discounter, Baumarkt und Co. sehr zäh und widerstandsfähig sein kann. Wobei man aber auch bei diesen, auch wenn sie absolut gesund sind, davon ausgehen darf, dass sie ständig blühen. So ein Exemplar habe ich auch im Büro, sie wird jetzt demnächst auch mal nach 3 Jahren wieder blühen...

    Kälteschädigtes Blatt (die waren zuvor noch deutlicher geschädigt):

    [​IMG]

    Die ersten zwei fast wieder guten Blätter:

    [​IMG]

    Und so blüht die Kleine:

    [​IMG]
     
  2. Kater Karlo

    Kater Karlo Guest

    Das ist rührend, wie liebevoll Du mit diesem 'No name' Pflänzchen umgehst!:eek:riginal2:
    Nach einer Nacht bei solchem Frost hätte ich nichts mehr auf ein hoch rappeln gegeben. Und es muss schon sehr nah am Exitus gewesen sein, wenn die Pflanze noch weitere Frostschäden gezeigt hat nach dem Aufpäppeln. Jetzt sieht sie wieder gut aus. Ein wirklich schöner Erfolg!
     
  3. YardMan

    YardMan Guest

    Ein interessanter Bericht, Andrea.

    Was mich besonders erstaunt ist das die Pflanze auch die nachfolgenden Blätter noch mit Frostschäden ausbildet, obwohl der schädigende Einfluss schon nicht mehr vorhanden war.
     
  4. *gregor*

    *gregor* Guest

    Schöner Bericht, Andrea.

    Dieses ist nur ein leichter Kälteschaden und Andrea hat Glück gehabt. Auf die Schnelle finde ich leider die Bilder von Ramona nicht, die von einem Orchideenfachbetrieb Pflanzen bei Frost geschickt bekommen hat. Sie hatte viel weniger Glück mit den Pflanzen, der Käöteschaden war so groß, dass die Blätter es nicht geschafft haben. Vielleicht zeigt Ramona ihre Pflanzen hier mal?
     
  5. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    @Matthias: Danke, aber heute würde ich das nicht mehr machen, damals dachte ich, ich muss mir das beweisen, und wenn ich sie nicht hätte ins Büro umsiedeln können, wäre sie schon im Orchi-Himmel. Ich hätte auch derzeit im Büro keinen Platz mehr, wie gesagt, es müssen mal wieder welche verschenkt werden.

    @Markus: Jedes neue Blatt sah bis letztes Jahr anfänglich im Wachstum normal aus, dann bildete sich der Schaden wieder aus, auch die letzten beiden Blätter sind noch nicht ganz astrein. Ich stelle mir das wie bei uns Menschen vor, wo es diese Erinnerungsfunktion des Körpers auch gibt, wie z. B. bei Fingernägeln, ich hatte mir mal einen übel eingerissen, seither bildet sich an der Rissstelle, wenn er darüber hinaus wächst, immer wieder ein Knick aus.
     
  6. YardMan

    YardMan Guest

    Oh, das ist ja noch aussergewöhnlicher als ich gedacht habe. Ich hätte jetzt angenommen das das gesamte neue Blatt den Schaden aufweist. Sehr interessant.:huh:
     
  7. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Danke Gregor. Ich denke, dass die Pflanze maximal 24 h in der Tonne war, ich erinnere mich noch an Ramonas Desaster. Da waren die Pflanzen sicherlich gute 3 Tage der Kälte ausgesetzt, das ist dann wirklich Exitus.

    Die Bilder wären sicherlich interessant, zumal man sich auch mal ein Bild machen kann, wie ein Kälteschaden aussieht.
     
  8. *Andrea*

    *Andrea* Guest

    Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt, sorry Markus. Das neue Blatt wächst erst schön grün, so dass ich schon viel früher Hoffnung hatte, dass sie sich berappelt hat, aber wenn es eine gewisse Größe erreicht hatte, dann zeigte sich das Schadbild am ganzen Blatt.
     
  9. YardMan

    YardMan Guest

    Achso, ok.
     
  10. *gregor*

    *gregor* Guest

    Nun, ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich nicht glaube, dass die Pflanze nur einen Kälteschaden hatte, denn ein Kälteschaden wird bei nachfolgenden Blättern nicht mehr ausgebildet. Ein Kälteschaden trifft nur die Blätter, die der Kälte ausgesetzt gewesen sind und das Blatt, was gerade aus dem Herzen kommt.

    Es muss noch etwas anderes gewesen sein (Schädlinge oder Krankheit). Wenn ein Blatt erst normal heranwächst und dann einen Schaden ausbildet, ist es keine Nachwirkung eines Kälteschadens, das geht nicht. Ich muss gestehen, dass ich auf den ersten Blick gedacht habe, dass die Pflanze einen massiven Spinnmilbenschaden auf dem ältesten Blatt hat. Wie ein Blatt aussieht, wenn es kältegeschädigt, aber noch nicht erfrohren ist, weiß ich nicht genau, habe es noch nie gesehen. Deshalb habe ich dazu vorhin nichts geschrieben.

    Ich denke auch nicht, dass da, wo die Pflanze die Nacht verbracht hat, -10°C geherrscht haben, denn das hätte keine Phalaenopsis so lange ausgehalten.

    Ich habe übrigens auch schon von diesem "Lifetime Memory" gehört, das betrifft aber nicht einen schnell auftretenden Schaden, sondern eher eine schlechte Kultur. Mir wurde mal erzählt, dass eine Pflanze sich sehr schwer tut, wenn sie eine ganze Zeit falsch kultiviert wurde und zum Beispiel ewig Wurzelprobleme hat. Dann würde diese Pflanze sich sehr schwer tun, durch dieses "Liftime Memory" schnell wieder aufzubauen. Wenn die Kultur von jetzt auf gleich optimal wäre, würde die Pflanze nicht sofort gesunde Wurzeln schieben und direkt wieder aufbauen. Das braucht eine ganze Zeit länger.

    -Das, was ich jetzt dazu geschrieben habe, wurde mir selbst von einem Orchideenzüchter erzählt. In wie weit es dieses "Lifetime Memory" gibt, kann ich nicht sagen, aber etwas ähnliches habe ich schon selbst beobachtet.