Das Epiflor-Verfahren

Dieses Thema im Forum "Rund um die Pflege" wurde erstellt von orchideenanfängerjunky, 2. Januar 2009.

  1. Hallo zusammen

    Ich habe mich seit einiger Zeit mit dem Buch (Gerhard Bomba Orchideenkulturen im Haus) beschäftigt!!

    Und ich möchte von euch Profis wissen, warum sich diese zwei Kulturmethoden nicht bewährt/durchgesetzt haben?

    1. Hydroponik in Styrowoll
    2. Das Epiflor- Verfahren


    Mit freundlichen Grüssen
    Andreas Fuhrer
     
  2. matucana

    matucana Guest

    Hi Andreas

    das Epiflor-Verfahren kenne ich nicht. Wenn es aber patentiert ist, kostet es Geld, das zu nutzen, und wer würde das ohne triftigen Grund machen?

    Das Styrowoll-Verfahren kenn ich aus der Literatur und kommt für mich aus mehreren Gründen per se nicht in Frage. Die schäbige Ästhetik und der künstliche Ursprung des Substrates könnte ich ja noch als nebensächlich betrachten. Das KO-Kriterium ist jedoch, dass das Zeugs kein Wasser zurückhält. Ich halte dies System maximal für ein automatisiertes GWH praktikabel.
     
  3. Hallo Andreas,
    man kann erst einmal jeden Orchideenfreund gratulieren, der sich zu diesen Buch durchgerungen hat. Der Preis für dieses Buch ist sehr hoch, man bekommt dafür im Baumarkt 8 bis 10 Phalaenopsispflanzen. Aus meiner Sicht ist es aber das einzige Buch in dem die Grundlagen für die Kultur von Orchideen als Epiphyten sehr gut dargestellt wurde.

    Zum Epiflor- Verfahren: Das Epiflor- Verfahren ist für die meisten Orchideenfreunde ein Fremdwort. Der Erfinder und Verfasser dieses Buches -Gerhard Bomba- wollte mit dieser Methode die Kultur von epiphytischen Orchideen revolutionieren.
    Das es nicht zu einer Anwendung gekommen ist, liegt aus meiner Sicht daran, dass Gartenbaubetriebe ihr Geld in der Hauptsache mit Topfpflanzen und weniger mit Schnittblumen
    verdienen. Ein weiterer Grund war, dass Herr Bomba das Epiflor- Verfahren 1975 zum Patent in 8 europäischen Ländern angemeldet hat. Eine Nutzung wäre dann lizenzpflichtig gewesen.
    Trotzdem ist es bedauerlich, dass sich so wenige Orchideenfreunde mit diesem Verfahre auseinander gesetzt haben.

    Ein erfolgreiches Orchideenjahr

    wünscht der Gerhard aus Sachsen
     
  4. Rüssel

    Rüssel Guest

    das Styrowoll-Verfahren geht kurzzeitig gut, langfristig -über Jahre gesehen- aber schief.
    Da die Pflanze nicht dem natürlichen Kreistlauf der Verrottung des Substrates ausgesetzt ist, verkümmert auch Resistenz/Abwehrkraft der Pflanze gegen diverse Bakterien/Pilze/Bodenlebewesen mit denen eine normal getopfte Pflanze problemlos fertig geworden wäre.
    Weiterführend zu Helli Aussage, dass das Substrat kein Wasser hält ist noch zu sagen, dass man prkatisch ständig düngen muss. Und da jedesmal die richtige Konzentration zu erwischen ist ziemlich unmöglich.
     
  5. Hallo zusammen:)

    Danke erstmals für eure Antworten....

    Zum Styrowoll- Verfahren:

    Ich meine nicht das herkömliche Styrowoll- Verfahren!!
    Herrn Bomba beschreibt in seinem Buch die Hydroponik in Styrowoll!
    Die Orchideen stehen dabei im Wasser und werden mit einem Langzeitdünger versorgt! (Levatit Hd50 tausch die im Wasser vorhandenen Salzionen gegen Nährstoffe aus!

    Hat das noch niemand damit experimentiert?

    Herrn Bomba scheint dies im recht grossen Styl zu machen..

    Rüssel:
    Beruht diese Ausage auf Erfahrung? Oder woher hast du diese interessante Information?


    Freundliche Grüsse Andreas
     
  6. catlan

    catlan Guest

    hallo

    also das Epiflor-verfahren ist für mich auch ein fremdwort
    aber dennoch hat es mein interesse geweckt
    kann mir bitte lemand erklären wie es funktioniert?

    wäre sehr nett!
     
  7. Hallo zusammen

    Beim Epiflor-Verfahren werden die Orchideen auf Styroporblöcke aufgebunden! Die Orchideen werden in der Nacht automatisch besprüht...
    Über Tag trocknen die Orchideen dann wieder ab... Wichtig, dabei ist das eine Nachtabsenkung der Temperatur erfolgt!!


    Liebe Grüsse
     
  8. GuRu

    GuRu Guest

    Hallo Rüssel,
    wie kommst Du auf die von Dir vorgetragenen Aussagen, beruhen sie auf eigenen Erfahrungen oder gibst Du hier nur die Meinung anderer wieder??? Hast Du überhaupt schon Pflanzen im Epiflor- oder Styrowoll-Verfahren, beides sind ja offensichtlich zwei ganz verschiedene Paar Schuhe, kultiviert??
    Meine eigenen Erfahrungen sehen nämlich, zumindest für Hydoponik in Styrowoll komplett anders aus.

    Hallo Andreas,
    doch hab' ich. Ich pflege schon seit ca. 4-5 Jahren ohne größere Probleme eine ganze Reihe epiphytischer Orchideen in reiner Hydrokultur mit Styrowoll. Die Pflanzen wachsen und blühen ganz normal. Einer Aussage "sie wachsen besser oder schlechter" will ich nicht treffen, da ich hierfür weder Referenzpflanzen besitze noch gezielte Beobachtungen vorgenommen habe.
    Das Verfahren ist ja im Buch von Hr. Bomba ausführlich beschrieben. Die Verwendung eines Langzeitdüngers, wie von ihm vorgeschlagen, ist jedoch nicht erforderlich. Ich habe sowohl Pflanzen mit Langzeitdünger als auch mit normalen Orchideendünger gepflegt und keine Unterschiede festgestellt. Wichtig ist, dass man den Leitwert der Nährlösung im Auge behält und öfters misst. Ansonsten beschränkt sich die Pflege auf die Kontrolle und das Nachfüllen des Wasserreservoirs etwa alle 2-3 Wochen (je nach Jahreszeit).
    Bei Fotos, die ich in den letzten Jahren hier im Forum eingestellt habe, erfolgte meistens der Hinweis auf die Kultur der Pflanzen in Hydrokultur.
    Hier mal ein kurzer Abriss, welche Pflanzen bei mir in Hydrokultur stehen:
    - Odontoglossum grande (blüht z.Zt. mit dem 3. Blütentrieb für diese Saison)
    - Dendrobium lindleyi (z.Zt. kühl und komplett ohne Wasser)
    - Phalaelopsis amabilis, schilleriana, gigantea, amboniensis, violacea und ein paar Hybriden
    - Catasetum pileatum, fimbriatum (z:zt. blattlos und völlig trocken)
    - Chysis bractescens
    - Trichopilia tortilis
    - Ascocentrum ampullaceum, miniatum
    - Cattley maxima
    Kritisch ist immer die Umstellungs- bzw Eingewöhnungszeit. Erst wenn sich neue Wurzeln gebildet haben, die an das neue Medium (dauernd im Wasser) angepasst sind, kann man entsprechendes Wachstum erwarten. Solche Wurzeln nehmen dann auch in Extremsituationen keinen Schaden. So stand mein Rossioglossum im Herbst schon mehrmals bei + 1-2 °C Nachttemperatur noch draußen, ohne dass die Wurzeln in der Nährlösung irgend einen Schaden davongetragen haben.
    Beste Grüße, GuRu
     
  9. Heei
    Vielen dank für eure Antworten!

    Enlich hab ich jemand gefunden der mit Erfolg diese Methode anwendet!!:)

    Troztdem habe ich noch drei Fragen an dich:
    Du schreibst, dass du das Dendrobium und das Catesatum trocken kultivierst!
    Machst du das nur während der Ruhezeit? Danach kultivierst du sie wieder in Wasser?

    Woher nimmst du das Styrowoll?

    Könntest du vieleicht Bilder von einigen deiner Pflanzen ins Forum stellen?
    Wäre super nett!


    Liebe Grüsse Andreas
     
  10. Rüssel

    Rüssel Guest

    Ich habs von einem Orchideenfreund mit dem ich letztens zusammengesessen bin. Er kultiviert seit Ewigkeiten sehr erfolgreich Orchideen mit Schwerpunkt Schuhe.
    Nach einigen Jahren durchaus erfolgreicher Kultur in Styrowoll ist er aus den erwähnten Gründen doch wieder umgestiegen auf herkömmliche Substratmischungen.

    Ein anderer bei uns im Verein kultiviert nach wie vor in Styrowoll, schon seit vielen Jahren.
    Auch Sämlinge aus Flaschen. Er wendet aber auch viel mehr Zeit auf für die Düngung und Schädlingsbekämpfung. dann funktionierts schon auf lange Sicht, damit meine ich 3-5 Jahre und mehr.

    Epiflor Pflanzen hab ich mal bekommen, habs tw. hergegeben tw. hab ich sie immer noch, leider.
    Ist nicht meines Pflanzen auf chemischen Zeugs zu kultivieren und mit Chemie hochzupoppen. Ich habs lieber natürlich.
     
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