Cattleya dowiana var. aurea mit hellgelben Blättern

Dieses Thema im Forum "Rund um die Pflege" wurde erstellt von max4orchids, 23. April 2011.

  1. max4orchids

    max4orchids Guest

    Zitrusdünger?!

    Hallo,

    habe die hellgelb-weißliche Pflanze seit meinem letzten Post ebenso wie alle anderen Pflanzen mit einem anderen Dünger und zudem in höherer Konzentration besprüht (noch nicht getunkt). Ich bilde mir bereits ein, dass die Blätter dunkler geworden sind, sehr hellgrün, aber bereits hellgrün und nicht mehr gelblich, außer der weißen Stelle an der Blattspitze, die ist gleich geblieben.

    Soeben sprach ich auch mit dem Botaniker (einem Prof) - der meinte sofort: Eisenmangel. Ich solle es mal mit einem anderen Dünger probieren, z.B. mit Zitrusdünger, denn in alkalischen Böden ist es schwieriger, den Pflanzen Eisen zuzuführen, wofür Zitruspflanzendünger optimiert ist.

    Wie dem auch sei - man darf natürlich bei Ferndiagnosen skeptisch sein, aber derselbe Botaniker hat mir schon einmal einen entscheidenden Hinweis gegeben, ist einfach ein Fachmann auf dem Gebiet der Pflanzenphysiologie - ich werde es mal ausprobieren und Meldung geben.

    Mehr Dünger oder anderen Dünger nehmen scheint schon einmal nicht falsch zu sein. Bis das Gegenteil bewiesen ist.

    LG max4orchids
     
  2. Lycaste53

    Lycaste53 Guest

    Wenn Du so einen Dünger kaufst und verwendest:
    Berichte doch bitte weiter, was passiert. Die Düngerfrage ist an sich schon sehr interessant, und Zitrusdünger für Orchideen ist noch interessanter.
     
  3. tigalilly

    tigalilly Guest

    Hallo Max, hast du eine Idee, was an Citrus-Dünger so anders ist als an herkömmlichen Düngern? vielleicht kann man das ja aus dem Etikett erkennen, falls du schon einen Dünger gekauft hast.
    LG
    Kirsten
     
  4. max4orchids

    max4orchids Guest

    Hallo,

    ich kann nur wiedergeben, was mir der Tropen-Botaniker sagte als ich ihn fragte, woran es liegen könne, dass die Orchideenblätter so gelblich-weiß sind. Er sagte wie aus der Pistole geschossen: Eisenmangel. Ich fragte ihn dann, ob die Zersetzungsprodukte von Schneckenkorn nicht genug Eisen freisetzen würden (so steht es auf deren Packungen). Er gab zur Antwort, dass das nichts bringe, weil das Eisen in einer speziellen Form vorliegen müsse. Und dann gab er die Empfehlung, es doch mal mit Zitrusdünger zu versuchen. Zitruspflanzen würden nämlich auch alkalische Böden lieben, bräuchten aber auch Eisen, so dass der Zitrusdünger das Eisen schon so aufbereitet enthält, dass es von den Pflanzen aufgenommen werden kann.

    Also ich möchte aber doch dazu raten, den Ball flach zu halten: Es ist allgemeiner Tenor (auch hier im Forum) davon auszugehen, dass die meisten Orchideendünger mehr als ausreichend sind. Jedenfalls sollte man sich vom Dünger keine Wunder versprechen. Wenn nun aber eine Pflanze schon eine Mangelerscheinung aufweist, dann ist das natürlich etwas anderes, da sind zusätzliche Überlegungen durchaus angebracht. Warum das so bei der einen Orchidee ist und bei 100 andere nicht, das vermag ich ja auch nicht zu sagen. Das Substrat und Gießwasser und alle sonstigen Bedingungen sind ja mehr oder weniger die gleichen, also muss es schon an der Pflanze liegen. Und der 2-Komponenten-Dünger im Osmose-Wasser, den ich täglich zum Sprühen verwende, sollte eigentlich auch nicht schlecht sein - er war nur offensichtlich mit lediglich 200-300 ms zu schwach dosiert. - Wie auch immer, ich schreibe das hier dazu, damit jetzt nicht reihenweise mit Zitrusdünger losexperimentiert wird - dürfte in 99% gar nichts bringen, und wenn überhaupt, dann ja wohl auch nur bei vergleichbaren Problemen. Sollte wider Erwarten ein bemerkbarer Impuls durch meinen Bestand gehen, dann werde ich es schon verraten ;-)

    LG max4orchids
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28. April 2012
  5. Garfield

    Garfield Guest

    Können Pflanzen evtl genau wie Menschen in seltenen Fällen angeborene Gendefekte haben die zu Stoffwechselerkrankungen führen?
     
  6. max4orchids

    max4orchids Guest

    Über so etwas habe ich auch schon nachgedacht... Warum sollen unterschiedliche Exemplare nicht unterschiedliche Fähigkeiten haben? Die Blüten fallen bei Pflanzen, die aus Sämlingen gezogen wurden, ja auch nicht alle gleich aus; also warum nicht auch die Fähigkeit der Wurzeln oder Blätter, bestimmte Stoffe aufzunehmen?

    Bei Gertrud Fast steht in "Orchideenkultur" unter Mangelsymptomen in der Tabelle über Kennzeichen von Nährstoffmangel und Überdüngung bei Orchideen: "Eisen - Aufhellung oder Vergilbung des Laubes (an den jüngsten Blättern beginnend), besonders auffallend bei Huntleya, Paphiopedilum callosum, Dendrobium phalaenopsis." (Fast 1995: 96).

    Das würde ja fast stimmen, aber merkwürdigerweise sind bei meiner Pflanze die ältesten Blätter gelblich, die neuesten hingegen apfelgrün, wie es ja eigentlich bei dieser Cattleya sein soll, also genau umgekehrt.

    Mal sehen, was sich mit dem anderen und stärkeren Düngen tut...

    LG max4orchids
     
  7. max4orchids

    max4orchids Guest

    Hallo Kirsten:
    Habe Deine Frage merkwürdigerweise erst jetzt entdeckt... sorry! Also so genau kann ich das auch gar nicht sagen. Aber wenn ich den Biologen richtig verstanden habe, dann liegt der Zitrusdünger ebenfalls in einer speziellen Chelat-Form vor, will sagen: das Eisen wird in Böden, in denen Zitruspflanzen wachsen, aufgrund des PH-Wertes dieser Böden nicht oder nur schwer eingelagert, so dass es mit dem Wasser gleich wieder ausgewaschen wird. Entsprechend schwer haben es die Wurzeln der Zitruspflanzen an Eisen zu kommen. Im Zitrusdünger wird dem Rechnung getragen, so dass trotz des ungünstigen PH-Wertes ausreichend Eisen zur Verfügung steht (so habe ich das verstanden bzw. mir gemerkt - aber bitte mit Vorsicht genießen, stammt aus zweiter Hand...).

    LG max4orchids

    PS: Die Gelbfärbung scheint im Laufe des Jahres zu variieren. Im Moment sind die neueren Triebe hellgrün, der Rest mehr oder weniger gelblich, aber weder hat der Zitrusdünger eine rasante Änderung bewirkt, noch das Weglassen dieses Spezialdüngers einen Rückfall. Scheint einfach typisch zu sein, dass die Blätter diese Farbe haben, den wachsen tun die Pflanzen relativ gut.
     
  8. max4orchids

    max4orchids Guest

    Blütenansatz

    Hallo,

    es sieht ganz so aus als ob ich demnächst erfahren werde, ob in der Pflanze das drin ist, was auf ihr drauf steht:

    [​IMG]

    Ich halte Euch auf dem Laufenden!

    LG max4orchids
     
  9. Lycaste53

    Lycaste53 Guest

    Hast Du den Citrus- Dünger dann doch wieder weg gelassen?

    Du schreibst, der hätte zu keiner Veränderung der Blattfarbe geführt? Verwendest Du jetzt einen anderen Dünger?
    Helles Apfelgrün ist eigentlich die optimale Blattfarbe, das heisst, die Pflanze steht in optimalem Licht. Täte sie das nicht, könntest Du jetzt auch nicht so hübsche Knospen zeigen.

    Dass ältere Blätter vergilben ist ganz normal, wie bei uns die Herbstfärbung des Laubes, wenn die Blätter alt werden und nicht mehr so gut verstoffwechseln ist weniger Chlorophyll drin, das sie grün aussehen lässt, dann sieht man mehr die Flavonide, die sie gelb aussehen lassen, bevor sie dann braun werden und abfallen.
     
  10. max4orchids

    max4orchids Guest

    Ja, ich habe nur einmal mit einem speziellen Zitrusdünger und einmal mit einem speziellen Eisendünger gedüngt, um zu sehen, ob sich so eine unmittelbare Änderung eines Mangelzustandes erkennen lässt. Das war aber nicht der Fall, so dass ich das Düngen mit Eisendünger wieder habe sein lassen. Ich wollte ja nicht auf den Dünger umstellen, sondern lediglich sehen, ob ich damit einen evtl. Mangel beheben kann bzw. ob überhaupt ein Mangel vorliegt.

    Ja, ich verwende z.T. den 2-Komponenten-Dünger von Currlin (für Osmose-Wasser) und ... Teichwasser, da ich die Pflanzen regelmäßig im Teich tunke bzw. schlicht und einfach Teichwasser versprühe (da sind auch bestimmt ne Menge Substanzen drin, hoffentlich nur gute ;-). Eine gewisse Variation (stelle ich mir vor) ist bei der Ernährung nicht schlecht...

    Ja, der Dünger hat keine sonderliche Veränderung der Farbe bewirkt, wenn überhaupt, nur minimal. Entscheidend war (aus meiner Sicht) mehr die Zunahme des Lichtes bzw. das neue Wurzelwachstum, was eine gewisse Verbesserung gebracht hat. Aber es stimmt schon, was Du sagst, das ältere Laub vergilbt wohl einfach...

    Eine witzige Beobachtung noch zum Wurzelwachstum: Die Pflanze mit Blütenscheide hat eine ca. 50 cm lange Luftwurzel, die horizontal aus dem Topf nach hinten weg wächst. Diese Luftwurzel hat in den letzten Wochen ein sehr langsames und kontinuierliches Wachstum gezeigt, was daran zu merken war, dass die grüne Spitze immer gleich war und die weiße Wurzel, die daraus entstand, glatt und gleichförmig war. Doch in den letzten Tagen, just zu den höheren Temperaturen (allerdings auch Regenfällen) habe ich die Orchideen (und speziell diese) ein wenig vernachlässigt, sprich, weniger gesprüht - und auf einmal entdecke ich heute eine doppelt so dicke, fast birnenförmige Wurzelspitze, wie ich das noch nie gesehen habe. Was ist denn das? Kann es sein, dass die Pflanze bei relativer Trockenheit zulegt und den Wassermangel durch verstärkte Wurzelbildung zu kompensieren versucht? Ein sehr eigentümliches Verhalten! Meine sonstigen Orchideen schaffen es nicht, Luftwurzeln über längere Zeit außerhalb des Topfes mit grüner Wurzelspitze zu halten, und schon gar nicht über 50cm hinweg. Will sagen, dass die dowiana da eine ganz besondere Gabe hat - die ich übrigens auch bei den anderen dowianas, die ich habe, beobachte.

    LG max4orchids
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden